Zitate und Merkwürdigkeiten
(30)
1) Die „Katholische Fakultät“
an der LMU (Ludwig-Maximilians-Universität) in München lud drei
iranische Islamgelehrte ein (Muhamed Legenhausen, Sharam Pazouki und Sayyed
Mihanned Ali Abtahi), um über das „Gottesbild im Islam“ zu sprechen. Nathan
Kalmanowicz, Vizepräsident der israelischen Kultusgemeinde München, forderte
„eine Ausladung der Emissäre dieses Regimes als politisches Signal“, dem die
Leitung der LMU nachkam, „weil durch die im Vorfeld entstandene politischen
Irritationen eine objektive wissenschaftliche Diskussion nicht mehr möglich
sei.“
Georg
Wiesholler unter
Hinweis auf die „Süddeutsche Zeitung“ vom 10.12.2008, S. 42
2) „Aus heutiger Sicht sagt
Otto von Habsburg über (den Freimaurer Eduard) Benesch, er sei ein
‚Genius des Bösen’ gewesen. Anthony Eden und Eduard Benesh waren (in den Augen
Otto von Habsburgs) ‚Menschen, von denen man sagen kann, sie sind von Grund auf
schlecht’.“
Die
Aula –
November 2008 zit. Alfred Bäcker („Der Völkermord an den Sudetendeutschen“)
3) „Die Geschichte ist kein
Rechtsobjekt. In einem freien Staat steht es weder dem Parlament noch der
Judikative zu, die historische Wahrheit festzulegen. Die Politik des Staats
ist, auch wenn sie von den besten Absichten beseelt ist, nicht die Politik der
Geschichte.“
Aus
dem Gründungsaufruf der französischen Vereinigung „Liberté pour
l’Histoire“ Ende 2005
Anmerkung: Die Liste der Gründer der Vereinigung liest sich wie ein „Who’s who“ der französischen Historikerzunft (NZZ vom 22.10.2008). Zwischenzeitlich haben sich auch zwei kürzlich pensionierte Bundesverfassungsrichter in diesem Sinne für eine Streichung des § 130 Abs. 3 StGB ausgesprochen!
4) „Eines muss man aber doch sagen: Jüdisches Leben gibt es in Deutschland seit mehr als 1000 Jahren. Noch nie haben Juden hier so frei und so würdig leben können wie heute.“
Dieter
Graumann vom
Zentralrat der Juden (FAZ vom 10.11.2008)
5) „Ich habe die jungen Leute
damals auch verteidigt, gerade auch gegenüber meinen Kollegen, die teilweise
entsetzt waren und den Verfall der Sitten beklagten. Die pauschalen Vorwürfe
trafen und treffen auch heute nicht zu. Einige Studenten der
sozialwissenschaftlichen Fakultät in Bochum wollten beispielsweise über
alternative Lehrkonzepte diskutieren, fanden in ihrer Fakultät aber keine
Resonanz. Ich stellte ihnen einige Uni-Räume zur Verfügung ... Nach mehreren
Tagen Diskussion kamen die Studenten zu der Erkenntnis, dass man über
wissenschaftliche Wahrheiten nicht basisdemokratisch abstimmen kann – eine
wichtige Einsicht.“
Kurt
Biedenkopf über
seine Zeit als Bochumer Uni-Rektor Ende der sechziger Jahre (DER SPIEGEL 5 /
2008 / 44)
6) „Die Studenten waren damals
in ihrer großen Mehrheit keine Radikalinskis. Sie haben Fragen gestellt,
unbequeme Fragen. Das war folgerichtig in einer Phase des Umbruchs. Von einer unkontrollierbaren
Revolution, die die gesellschaftliche Ordnung bedroht hätte, waren wir weit
entfernt.“
Kurt
Biedenkopf über
seine Zeit als Bochumer Uni-Rektor Ende der sechziger Jahre (DER SPIEGEL 5 /
2008 / 44)
7) „Echte Autorität setzt immer
Erklärungsaufwand voraus, den Verweis auf künftige Notwendigkeiten. Es reicht
nicht aus, sich auf die Tradition zu berufen. 1968 entlud sich ein aufgestauter
Generationskonflikt. Die Nachwachsenden wollten von ihren Eltern wissen, wie es
zum Nationalsozialismus und seinen Verbrechen kommen konnte und was das für
Deutschlands Zukunft bedeutete. Die Älteren blieben die Antwort weitgehend
schuldig. Die jungen Leute spürten die Verkrampfungen, die aus der deutschen
Katastrophe rührten. Und sie gingen dagegen an.“
Kurt
Biedenkopf über
seine Zeit als Bochumer Uni-Rektor Ende der sechziger Jahre (DER SPIEGEL 5 /
2008 / 45)
8) „Ich habe immer versucht zu
unterscheiden: Gibt es eine Unruhe, deren Ursache begründet ist, dann ist sie
vielleicht schrecklich unbequem. Aber es hat keinen Zweck, sie zu unterdrücken.
In der Regel entsteht dabei etwas Produktives. Widerstand belebt das Geschäft
genauso wie Wettbewerb. An Widerstand wächst man. Streit ist der Vater des
Fortschritts.“
Kurt
Biedenkopf über
seine Zeit als Bochumer Uni-Rektor Ende der sechziger Jahre (DER SPIEGEL 5 /
2008 / 45)
9) „Treffen die Anschuldigungen
(der Brüder Bernd und Helmut Breuer) zu, dann lieferte der Fall HDO (High
Definition Oberhausen) ein Zeugnis über den Filz eines Bundeslandes (NRW),
das 39 Jahre lang von derselben Partei (SPD) regiert wurde; in dem sich
Genossen wie Beamte über Vorschriften und Gesetzte hinwegsetzten; in dem die
Regierenden Steuermillionen für ein wirtschaftlich unsinniges Prestigeobjekt
verpulverten; und in dem das Parlament und zwei Untersuchungsausschüsse belogen
wurden. Wolfgang Clement, der Spiritus Rector von HDO, will sich zu den
Vorwürfen, wie auch die übrigen seinerzeit Verantwortlichen unter Hinweis auf
das ‚laufende Verfahren’ nicht äußern.“
DER
SPIEGEL 5 / 2008 / 46 („Getäuscht und reingelegt“)
Anmerkung: Es geht um eine Schadenersatzklage über 13.394.813,49 Euro aus Amtspflichtverletzung. Vielleicht kann die SPD bei Abschluss des Prozesses ganz froh sein, dass Clements zwischenzeitlich sein Parteibuch zurückgab. Bei Rotary International fühlt Clement sich wohl besser aufgehoben.
1) „Wir sitzen auf einem Pulverfass. Uns drohen
Zustände wie in den Vorstädten von Paris.“
Winrich Granitzka –
CDU-Fraktionschef im Kölner Stadtrat und ehemaliger Polizeipräsident (DER
SPIEGEL 5 / 2008 / 50)
2) „Wir haben zu viele kriminelle Ausländer.“
Roland Koch –
CDU-Ministerpräsident in Hessen Ende Dezember 2007 (DER SPIEGEL 5 / 2008 / 50)
3) „72 Prozent der in Deutschland lebenden Türken, die
mit rund 1,7 Millionen die größte Ausländergruppe darstellen, haben keine
qualifizierte Ausbildung. 40 Prozent der Jugendlichen aus Ausländerfamilien
gehen weder zur Schule noch machen sie eine Lehre. Sie jobben, hängen rum, sie
stellen einen überproportionalen Anteil an Gewalttätern.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 50 f
4) „Die Schule (der Lehrerberuf) zieht Personal
regelrecht an, das nur mit verminderter Kraft arbeiten will.“
Udo Rauin – Professor für
empirische Schul- und Unterrichtsforschung an der Universität Frankfurt am Main
im SPIEGEL-Interview 5 / 2008 / 52
5) „Für uns ist Israel die eigentliche Gefahr, weil es
arabisches Territorium besetzt und Friedensangebote ausschlägt. Israel, das
selbst über Atomwaffen verfügt, sollte seine Nuklearanlagen den
Uno-Kontrolleuren öffnen und den Atomwaffensperrvertrag unterschreiben.“
Abd al-Rahman al-Attija –
Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates (DER SPIEGEL 5 / 2008 / 95)
6) „Entweder Wahlen, oder wir machen eine Revolution“,
meldet sich Umberto Bossi von der Lega Nord. „Die Waffen werden wir finden,
früher oder später.“ Keiner ruft den Nervenarzt.
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 96 („Die
Stunde der Clowns“)
7) „In einer anderen Welt kollabieren gerade die
Börsenkurse. In Rom leistet sich die politische Klasse das Schauspiel der
Selbstzerfleischung.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 97 („Die
Stunde der Clowns“)
8) „In Italien, einem der Gründungsländer der EU,
wackelt die Regierung, weil der Richter von Santa Maria Capua Vetere einem
angesehenen Bürger (der zufällig auch Justizminister ist) Günstlingswirtschaft
vorgeworfen hat und die Gattin unter Arrest stellen ließ, tief unten in
Kampanien, jener Provinz, die gerade am eigenen Müll erstickt.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 97 („Die
Stunde der Clowns“)
9) „Der christdemokratische Präsident der Region
Sizilien, Totò Cuffaro, ist gerade zu fünf Jahren Haft wegen Begünstigung der
Mafia verurteilt worden. Kaum jemand hat den Rücktritt verlangt. Cuffaro setzt
auf die zweite Instanz und lud nach dem Urteil erst einmal zum Feiern mit
sizilianischen Leckereien. Er hatte wohl mit Schlimmerem gerechnet.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 97 („Die
Stunde der Clowns“)
10)
„In den 20
Monaten seiner Regierung hat Prodi den Versuch unternommen, ein wenig Vernunft
in die italienischen Zustände zu bringen. Das hatte etwas Tragisches, von
Anfang an.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 97 („Die
Stunde der Clowns“)
11)
„Zweimal gelang
es Prodi, seinen Antipoden Silvio Berlusconi in Wahlen zu besiegen, zweimal
sanierte er die Finanzen, zweimal wurde er durch Hinterzimmer-Scharaden seiner
Verbündeten aus dem Amt gejagt. Das ist bitter.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 98 („Die
Stunde der Clowns“)
12)
„Hartnäckig
leugnet Präsident (Václav) Klaus den Klimawandel und hetzt gegen die EU.
(...) Den Treibhauseffekt gibt es gar nicht, das Wetter ändert sich alle paar
hundert Jahre mal, der Mensch kann nichts dafür und den Klimawandel schon gar
nicht aufhalten.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 104 („Gewiefter
Eiferer“)
Anmerkung: Seit geraumer Zeit hängt sich DER SPIEGEL zu weit aus dem Fenster. Natürlich hat Klaus sowohl mit seinen Thesen zum Klimawandel, als auch mit seiner Ablehnung der EU-Verfassung bzw. des Vertrages von Lissabon recht. Nur geistig Minderbemittelte oder Mitläufer der Hocheingeweihten behaupten etwas anderes. Ich befürchte, nach dem Ausscheiden von Aust als Chefredakteur wird DER SPIEGEL massiv an Auflage einbüßen. Der typische SPIEGEL-Leser will umfassend informiert aber nicht manipuliert werden. Wer letzteres wünscht oder erträgt, mag in die Glotze starren, vorzugsweise ins ZDF („Im Zweiten lügt man besser!“ – Satire darf alles).
13)
„Weite Kreise
der Bevölkerung teilen ... Umfragen zufolge die Meinung, dass die NS-Zeit
längst ausreichend häufig thematisiert worden sei.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 141 („Wegschauen
oder Hinschauen“ – Brief Martin Doerry an Martin Walser vom 7.11.2007)
Anmerkung: Auch wir protestieren gegen eine „Dauerpräsentation unserer (deutscher) Schande“. Die endgültige und vollständige Historisierung des Nationalsozialismus’ ist längst überfällig. Unbeeindruckt Canossasüchtigen sei die Lektüre von „Die Schatten der Vergangenheit“, 1990 herausgegeben von Uwe Backes/Eckhard Jesse, Rainer Zitelmann empfohlen. Die kritische Durchleuchtung der Geschichte der letzten anderthalb Jahrhunderte – befreit von allen Lügen und Halbwahrheiten der Siegermächte beider Weltkriege – ergibt ohnehin ein von heutigen Dogmen diametral abweichendes Bild. Für den Verfasser dieser Zeilen persönlich gilt: Ich bin 1948, über drei Jahre nach dem Ende der Naziherrschaft geboren. Bezüglich der vor dem 8. Mai 1945 verübten Verbrechen bin ich weder schuldig noch verantwortlich. Auch meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern haben sich nicht an Verbrechen des Regimes beteiligt. Ich vermisse eine hinreichend intensive Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Briten, der USA, des Kommunismus (mit geschätzten 100 Millionen Opfern) und Israels.
14)
„Als die DDR
1989 implodierte, hinterließen Männchens geheime Truppen Zehntausende
Tonbänder. Ihr Inhalt, sagt ein ehemaliger Westgeheimdienstchef, war so
schrecklich, dass sie ohne Auswertung sofort vernichtet wurden.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 / 150 (Nachruf
auf Stasi-Generalmajor Horst Männchen)
15)
„Die
Verfassungsrichter (Bundesverfassungsgericht) halten den Abdruck von
Gegendarstellungen nur dann für zwingend, wenn sie sich auf die im Text
enthaltenen ‚eindeutigen’ Tatsachenbehauptungen beziehen. Es reiche nicht aus,
dass sich der Betroffene durch eine mögliche Interpretation nachteilig dargestellt fühle. Sonst bestünden ...
‚erhebliche Risiken für die Presseberichterstattung’. Die Medien könnten ‚mit
Gegendarstellungsansprüchen überhäuft und in der Folge zu einer starken
Zurückhaltung veranlasst sein’, ... Das sei aber mit der Pressefreiheit ...
nicht vereinbar.“
DER SPIEGEL 5 / 2008 154 („Rückspiegel“)
Anmerkung: Das Bundesverfassungsgericht hat damit die Entscheidungen der Vorinstanzen (offenbar Landgericht und Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg) aufgehoben.
16)
„1993 kam
heraus, daß Thomas Manns älteste Tochter, Erika Mann (mütterlicherseits jüdischer Abstammung), ab
1940 im Auftrage des FBI Hitleremigranten bespitzelt hatte. (...)
Unfassbarerweise bespitzelte sie sogar den eigenen Vater. (...) Nach Kriegsende
zog Erika Mann in US-Uniform ‚siegreich’ in Deutschland ein. Ab 1952 lebte sie
‚herrisch wie eine Amazonenkönigin’ (Reich-Ranicki) in der Schweiz.“
David Korn in „Wer ist
wer im Judentum“, München 2003, S. 306
17)
„Golo Mann (mütterlicherseits
jüdischer Abstammung) war 1933 aus Deutschland exiliert und kam 1945 als
US-Umerzieher zurück. Einst Leitbild der Linksbourgeoisie in Deutschland, eckte
der Historiker und Publizist seit den 70er Jahren immer häufiger an. Er
forderte eine schärfere Gangart gegen roten RAF-Terror, machte sich für die
Begrenzung des Asylantenzustroms stark ... und empfahl sogar ... die
NS-Bewältigung endlich als abgeschlossen zu betrachten. Dem Bundespräsidenten
von Weizsäcker riet er von einem weiteren ‚Bußgang nach Polen’ anlässlich des
50. Jahrestages des Kriegsausbruchs 1989 ab. Im selben Jahr bezeichnete Mann
die Begründer der ‚Frankfurter Schule’, Adorno und Horkheimer, als ‚Lumpen’,
die ihn als angeblich ‚heimlichen Antisemiten’ beim damaligen hessischen
Kultusminister angeschwärzt hätten, damit er keinen Lehrstuhl in Frankfurt
erhalte.“
David Korn in „Wer ist
wer im Judentum“, München 2003, S. 307
18)
„Ein
glamouröser und exzentrischer Kunsthändler (der Teppichhändler Eberhart
Herrmann) wird mit der Diagnose Hypomanie gebrandmarkt, einem Begriff, mit
dem das halbe Showbusiness in psychiatrischen Gewahrsam genommen werden kann.“
Franz Eisenried im SPIEGEL-Leserbrief 2 / 2009 / 9
19)
„Zweimal hatte (Bundespräsident
Horst) Köhler, der ein ‚unbequemer Präsident’ sein will, die Unterschrift
nach ausführlicher Prüfung verweigert, er hatte sogar externen Rat von
Rechtsexperten eingeholt. Im Fall der strittigen Neuregelung der
Erbschaftssteuer verzichtete Köhler auf externe Expertisen und berücksichtigte
auch nicht die Warnungen von Experten, etwa von Staatsrechtler Ulrich Battis
und dem ehemaligen Verfassungsrichter Paul Kirchhof. Sie halten die Neuregelung
für verfassungswidrig.“
DER SPIEGEL 2 / 2009 / 11 („Köhlers
Heiliger Abend“)
20)
„Während des
Kalten Kriegs hat die bundesdeutsche Justiz Kommunisten ungleich härter
verfolgt als ehemalige Nationalsozialisten. (...) Die Zahl der zwischen 1951
und 1968 gefällten Urteile gegen Kommunisten lag fast siebenmal so hoch wie die
gegen NS-Täter – obwohl die Nazis Millionen Menschen ermordet hatten, während
man westdeutschen Kommunisten politische Straftaten wie Landesverrat vorwarf.“
DER SPIEGEL 2 / 2009 / 13 („Politische
Justiz“)
Anmerkung: Am Bundesgerichtshof saßen in der Spitze 75 Prozent Altnazis. In Schleswig-Holstein waren es fast 90 Prozent der Staatsjuristen mit „brauner“ Vergangenheit. Die USA und Großbritannien verfolgten mit ihrer Umerziehung des deutschen Volkes verschiedene Ziele. Selbstverständlich sollte dabei auch von der eigenen bitterbösen Rolle im Vorfeld beider Weltkriege abgelenkt werden. Die Einführung eines pseudodemokratischen Systems analog den Vereinigten Staaten sollte etabliert werden. Da zwischenzeitlich – wie beispielsweise aus den Untersuchungen des Kommunistenjägers Joseph McCarthy ersichtlich – ein militanter Antikommunismus in den 1950er Jahren in den USA Einzug gehalten hatte, war es naheliegend, daß derartiges auch im Vasallenstaat BRD praktiziert wurde; dies um so mehr, als der andere Teil Deutschlands staatssozialistisch und ein Gegner im Kalten Krieg geworden war. Selbst der Freimaurer und Kriegsverbrecher Winston Churchill sagte bereits 1945, man habe „das falsche Schwein geschlachtet“, was eben nicht für die Höhe seiner eigenen Einweihung spricht oder aber nur als Nebelkerze dienen sollte. Die Generation der Enkel hat die Lügen und Halbwahrheiten der Siegermächte weitgehend verinnerlicht. Darin hat eine differenzierte, den Nationalsozialismus, das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg wissenschaftlich redlich und historisierende Betrachtung keinen Platz, da alle Nazis böse, böse, böse und Hitler die Inkarnation des absolut Schlechten, Schlechten, Schlechten waren. Auf der anderen Seite gibt es einige Dumpfbacken, die heute noch mit Hitler und seinem Führungspersonal eine Art Ikonenverehrung betreiben und dabei mehr oder weniger die unglaublichen Verbrechen ausblenden, die in den dunklen Jahren geschahen. Dazwischen gibt es relativ wenige ernsthaft um Objektivität Bemühte, die u.a. viele der Lügen und Halbwahrheiten der Siegermächte ausgemacht und analysiert haben. Sie werden durch strafrechtliche Forschungsverbote (z.B. § 130 Abs. 3 StGB), gesellschaftliche Stigmatisierung, berufliche Existenzvernichtung und sonstiges staatsterroristisches Mobbing mundtot gemacht oder ins Exil vertrieben oder rastlos mit internationalen Haftbefehlen um den Erdball gejagt. Wer heute in diesem Land zu einigen kritischen Themen die Wahrheit sagt, wird – fast reflexartig (also ohne nachzudenken) – als Rechtsradikaler und/oder Antisemit denunziert. Nur schwach ist der Trost, der aus der Geschichte durch geniale Forscher wie Kopernikus, Kepler und Galilei zu uns hinüberschimmert, die in einem Kernpunkt das Weltbild der katholischen Kirche auf den Kopf stellten. Fast verzagen möchte man, wenn man bedenkt, daß die katholische Kirche 200 Jahre benötigte, um vom hohen machtvollen Ross auf die schlichte und banale Ebene der Tatsachen herabzusteigen und daß es erst Joseph Ratzinger war, der Galilei strafrechtlich rehabilitieren ließ.
21)
„Herr (Henryk
M.) Broder ist ein bildungsbürgerlicher Kulturchauvinist.“
Marc-Sebastian Löhken im
SPIEGEL-Leserbrief 50 / 2007 / 15
22)
„Schuld am
Untergang des Abendlandes ist natürlich die Demokratisierung der Medien. Denn
dadurch kann sich nun auch jede arbeitslose Klofrau amüsieren, wo Lachen doch
anscheinend ausschließlich intellektuellen SPIEGEL-Journalisten vorbehalten
werden sollte. Lasst die Leute doch einfach lachen, solange sie noch lachen
können.“
Rolf Daum im
SPIEGEL-Leserbrief 50 / 2007 / 15
Anmerkung: Der altrömische Grundsatz „De gustibus non est disputandum“ (Über den Geschmack lässt sich nicht streiten) gilt selbstverständlich auch in Sachen Humor. Da sollte man keine intellektuelle Hybris herankommen lassen. Ich habe beispielsweise dem englischen Humor nie etwas abgewinnen können, ich habe nicht verstanden, worüber sie lachen, bis ich merkte, die Briten haben eben einen ganz andere Art von Humor. Ist doch schön so, Hauptsache, es macht ihnen Freude. Natürlich ist der feine Humor eines Loriot eine kulturelle Spitzenleistung, aber so richtig „bepisst vor Lachen“ habe ich mich bei „Werner I“, „Ein Herz und eine Seele“ und manchmal auch bei ziemlich albernen Klamotten von Didi Hallervorden. Ich bin halt ein schlichtes Gemüt und leicht zu erheitern.
23)
„Wir haben an
die Forscherinnen und Forscher appelliert, die ethisch unbedenkliche Forschung
an sogenannten adulten Stammzellen voranzubringen. Sie hat gerade in jüngster
Zeit bemerkenswerte Erfolge erzielt. Im Übrigen sollten die – freilich zum
großen Teil uneingelösten – Hoffnungen auf Therapien und Heilung nicht für
ethisch fragwürdige forschungspolitische Interessen instrumentalisiert werden.
Bisher haben sich die hochgesteckten Erwartungen in die Heilung mit Hilfe
embryonaler Stammzellen keineswegs erfüllt.“
Kardinal Karl Lehmann –
Mainzer Bischof und seinerzeit Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz im
SPIEGEL-INTERVIEW 50 / 2007 / 19
24)
„Union und SPD
ist das Grundgesetz, das ein Hauptstadtgesetz zwingend vorschreibt, offenkundig
zu wenig wert.“
Gregor Gysi
Anmerkung: Das erinnert uns an den Ausspruch des damaligen Kronjuristen der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag Adolf Arndt (wie Gysi jüdischer Abkunft), der einst sinngemäß sagte, für einige sei das Grundgesetz so heilig, daß sie es nur an hohen Feiertagen anwenden möchten.
25)
„Manche
glauben, sie (die 16 Geheimdienste der USA) hätten, womöglich mit Billigung
des Verteidigungsministers und Ex-CIA-Chefs Robert Gates, (durch die
Veröffentlichung ihrer Erkenntnisse, Iran habe schon 2003 das Programm zum Bau
einer Atombombe eingestellt) einen Krieg gegen Teheran unmöglich machen
wollen.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 114 („Das
Beben von Washington“)
26)
„Wir
konstatieren, dass sich Regierungsinstitutionen dem Weißen Haus widersetzen“,
sagt er (Ray Takeyh vom Council on Foreign Relations). In einer völligen
Rollenumkehr würden heute Geheimdienste und Generäle dem Präsidenten die
Politik vorgeben: „Das legt nahe, dass Bush nicht mehr viel zu sagen hat.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 114 („Das
Beben von Washington“)
Anmerkung: Natürlich sind Israel-Lobby und CFR stocksauer, daß die US-Geheimdienste ihre Rolle eingenommen haben, dem US-Präsidenten politische Vorgaben zu erteilen.
27)
„Hinter den
Kulissen kracht es zwischen Washington und Jerusalem. Die Israelis fühlen sich
von der CIA vorgeführt ... ‚Wir hatten gehofft, die Amerikaner würden das mit
dem Militärschlag gegen die iranischen Anlagen übernehmen’, sagt ein enger
Vertrauter des Regierungschefs zum SPIEGEL: ‚Jetzt stehen wir allein da’:“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 114 („Das
Beben von Washington“)
Anmerkung: Die USA wissen, daß sie die Loyalität ihrer Verbündeten mit den Kriegen gegen Serbien, im Irak und in Afghanistan reichlich strapaziert haben. Mit Hilfestellung bei einem möglicherweise einen Weltbrand auslösenden Schlag gegen Iran können sie kaum rechnen, dies um so mehr, als sich Iran völkerrechtskonform (und nur machtpolitisch unbotmäßig) verhält. Außerdem hat Rußland Iran umfangreich moderne Verteidigungswaffen verkauft, so daß jeder Waffengang mit einem erheblichen Risiko verbunden ist. Die US-Geheimdienste fragen sich lebensnah, warum der militärische Komplex ihres Vaterlandes eins ums andere Mal für jüdische Interessen die Kastanien aus dem Feuer holen soll, währenddessen die USA allmählich wirtschaftlich vor die Hunde gehen. Dies um so mehr, als sich Israel in seinem irrationalen Auserwähltheitswahn allen erdenklichen Friedensbemühungen im Nahen Osten widersetzt.
28)
„Es ist ein
Sinnbild für internationale Kriegsverbrechen: das Massaker der Japaner im
chinesischen Nanjing (früher: Nanking). (...) In Nanjing ist die
Vergangenheit allgegenwärtig, hier hat fast jeder Ort seine politische
Symbolik. Das gilt auch für das Haus von John Rabe, dem ‚guten Nazi’ von
Nanjing, der Tausende Zivilisten vor den japanischen Peinigern schützte. Der
Siemens-Vertreter und zeitweilige NS-Ortsgruppenleiter errichtete damals
zusammen mit anderen westlichen Ausländern eine Sicherheitszone für rund
250.000 Einwohner – und trotzte dort praktisch als Bürgermeister, Polizeichef
und Oberster Richter den Japanern. Die Chinesen verehren den Deutschen als
‚Lebenden Buddha’. (...) Vor allem Rabes Tagebücher sind für China von hohem
Wert: Der frühere Siemens-Mann ist ein wichtiger ausländischer Kronzeuge in der
Debatte über die japanischen Kriegsgreuel.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 124 f („Kollektiver Blutrausch“)
29)
„Als der Maler
Paul Gauguin 1903 mit 54 Jahren auf der Südseeinsel Hiva Oa starb, warfen die
Einheimischen den nutzlosen Teil seines Besitzes in den Brunnen hinter seinem
Haus. (...) Im Brunnen stieß die Expertin (Caroline Boyle-Turner) ...
auf schmerzstillenden Tigerbalsam, zwei Ampullen Morphium und eine Spritze. Der
Künstler litt unter anderem an der Syphilis, war herzkrank und zudem bettelarm
– was ihn freilich nicht hinderte, in ‚La Maison du Jouir’, seinem Haus der
Wonne, kurz vor seinem Tod eine 14-Jährige zu schwängern.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 142 („Backenzähne
im Brunnen“)
30)
Fossile Energiereserven in Milliarden Tonnen Kohlenstoff: Kohle 675 / Öl 160 / Erdgas 96 / Gas aus Hydraten 3000
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 145 („Menetekel
am Ozeangrund“ – Auswertung einer Graphik – Quelle: Energy Outlook 2007, Archer
& Buffet)
31)
„Als
Unterströmung der Aufklärung scharten sich am Ende des 18. Jahrhunderts viele
Bürger in Geheimlogen. Illuminaten und Somnambulisten trafen sich in
Hinterzimmern. Goethe und Lessing, aber auch George Washington waren
Freimaurer. Besonders dunkel ging es bei
den Rosenkreuzern zu, die sich als Auserwählte fühlten. Aus Mystik,
Jesusglauben und jüdischer Kabbala war ihre Lehre gemischt.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 148 („Der
okkulte König“) über den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II.
32)
„Einer der
mächtigsten Männer Europas (Preußenkönig Friedrich Wilhelm II.) war von
einer abergläubischen Kamarilla (von Rosenkreuzern) umgeben und –
unheimlicher noch – ihr durch einen Eid zu strengstem Gehorsam verpflichtet. Entsprechend sah die Regierungsarbeit aus.
Schon bald erließ (Christoph) Wöllner (als Justizminister) ein
Zensuredikt, das jede Kritik an der Kirche verbot. Immanuel Kant wurde
aufgefordert, sich von christlichen Fragen fernzuhalten. Der gehorchte: ‚Ich ersterbe
in devotestem Gehorsam’.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 150 („Der
okkulte König“) über den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II.
33)
„Ihre Sätze
haben sich in mein Gehirn gebrannt. (...) Ich glaube, sie schreibt die
schönsten Sätze, schönere Sätze als jeder lebende amerikanische Autor.“
Susan Sontag über
Elizabeth Hardwick (DER SPIEGEL 50 / 2007 / 182 – Nachruf)
34)
„Wie die
Agrarpolitiker der reichen Welt Afrikas Bauern ins Elend stürzen, das
beschreibt Michaela Schießl in ihrem erschütterndem Report ‚Not für die Welt’.“
DER SPIEGEL 50 / 2007 / 186 („Rückspiegel“
zit. aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Otto-Brenner-Preises für
kritischen Journalismus)
35)
„Keine Auskunft
geben zu wollen ist indes nicht allein eine chinesische Spezialität. Gleich zweimal
versuchten Anwälte in der vergangenen Woche (im Januar 2008)
SPIEGEL-Berichte aus Deutschland zu verhindern – und zwar noch bevor die
Recherche überhaupt zu Ende war. Den SPIEGEL-Redakteuren ... waren Unterlagen
aus dem Innern der rechtsextremen NPD zugespielt worden ... Anschließend, so
gebietet es die journalistische Sorgfaltspflicht, konfrontierten sie die
NPD-Spitze mit den Ergebnissen. Als Reaktion erhielten sie
Unterlassungserklärungen von zwei Parteifunktionären. (...) Der andere Fall
betrifft die Berichterstattung des SPIEGEL über den sogenannten sächsischen
Sumpf, eine Affäre um mutmaßliche Verbindungen von Justiz, Polizei und Politik
in die Halbwelt. SPIEGEL-Redakteur Steffen Winter, 38, hatte schon mehrfach
über den Verdacht geschrieben, dass Landesmitarbeiter sich in Bordellen
vergnügten – und dadurch erpressbar waren. Nun beschuldigen ehemalige
Prostituierte sogar einen hohen Richter. Winter konfrontierte den Betroffenen
mit dem Vorwurf – und prompt ging dem SPIEGEL das nächste Unterlassungsbegehren
zu. In beiden Fällen gilt: Es gibt an der Aufklärung ein öffentliches Interesse
– und folglich auch eine Geschichte im SPIEGEL.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 5
Anmerkung: Das Verhalten der beiden NPD-Funktionäre und des Richters lassen tief blicken. Der Betroffene hat doch die Möglichkeit, die Journalisten mit seiner Version zu versorgen, weitere Recherchen („Beweiserhebungen“) anzuregen und die Glaubwürdigkeit der Informanten zu erschüttern. Wer diese Möglichkeiten nicht nutzt, macht sich eher verdächtig.
36)
„Natürlich
gehen auch Richter in den Puff, ich kenne in Stuttgart diverse, ebenso
Staatsanwälte.“
Frank Fahsel – von 1973
bis 2004 Richter am Landgericht Stuttgart in einem Leserbrief („Süddeutsche
Zeitung“ vom 9.4.2008)
37)
„Die versuchten
Putsche und Revolutionen von 1919 waren nicht die einschneidenden Erlebnisse
dieser Zeit, sondern die alle treffende
Inflation von 1923, diese hohe Zeit der Spekulanten, das Brot, welches
plötzlich pro Laib eine Million Mark kostete.“
Ehlert Puvogel im
SPIEGEL-Leserbrief 4 / 2008 / 8
Anmerkung: Da ist wohl was dran. Mein Vater berichtete, wie damals ein Haus im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Süd für umgerechnet vier (!) US-Dollar zwangsversteigert worden sei. Meine Großmutter mütterlicherseits lag mit einer Bauchhöhlenschwangerschaft in der Klinik und mein Großvater, der als Zollamtsleiter nicht schlecht verdiente, karrte sein Monatsgehalt sofort zur Krankenhausverwaltung, bevor das Geld weiter an Wert verlor. Und wer dann noch Rolf Winters „Hitler kam aus der Dankwartsgrube“ gelesen hat, weiß, warum auch die Unterprivilegierten NSDAP wählten, obwohl sie zuvor eingeschworene Kommunisten oder Sozialdemokraten waren.
38)
„Millionen
Spießer und Kleinbürger mit autoritärer Persönlichkeitsstruktur sahen in Hitler
die Ausnahme ihrer selbst. Jemanden, der es wagte, die eingeimpfte Demutsstarre
zu überwinden und das Establishment herauszufordern. Das faszinierte die
Massen, und darum wählten sie ihn.“
Martin Voss im
SPIEGEL-Leserbrief 4 / 2008 / 12
39)
„Der Bürger
will keine Glatzenpartei und keine NSDAP wählen.“
Sascha Roßmüller –
stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD (DER SPIEGEL 4 / 2008 / 36 + 38)
40)
„Die
Linkspartei insgesamt ist nicht verfassungsfeindlich und muss deshalb nicht
beobachtet werden. (...) Der Verfassungsschutz hat Besseres zu tun.“
Dieter Wiefelspütz – MdB
und innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion (DER SPIEGEL 4 / 2008 / 44)
Anmerkung. Auch wir halten die Beobachtung der Linkspartei für nicht hinnehmbar. Der Verfassungsschutz wird so sein Negativimage nicht los, ein Organ für den Machtmißbrauch durch die Systemparteien abzugeben, um unliebsame politische Gegner klein zu halten. Wir sind auch nach wie vor für die Abschaffung des Verfassungsschutzes auf Bundes- und Länderebene und fragen uns unverdrossen, wer schützt die Verfassung vor dem Verfassungsschutz. Die letzte große Ohrfeige hat sich der VS in NRW vom Bundesverfassungsgericht bezüglich der Beurteilung der JUNGEN FREIHEIT in diversen Verfassungsschutzberichten eingefangen; nur, da sitzen Beamte auf Lebenszeit mit einer betonharten Beratungsresistenz.
41)
„Der Saarländer
(Oskar Lafontaine), der 2009 in seiner Heimat als
Ministerpräsidentenkandidat ins Rennen gehen will, wird die Schließung seiner
Akte (beim Verfassungsschutz) nicht nur still genießen. Für die
Einstellung seiner Beobachtung wird schon eine launige Begründung verbreitet:
Kein saarländischer Beamter wolle es riskieren, seinen künftigen Chef zu
observieren.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 44 („ABK
für Schlapphüte“)
Anmerkung: DER SPIEGEL veröffentlichte in 2 / 2009 / 16 f Ergebnisse demoskopischer Erhebungen zu den im Jahre 2009 anstehenden Wahlen. Für die Landtagswahl im Saarland werden prognostiziert: CDU 38%, SPD 25%, FDP 6%, Grüne 5% und Linke 23%.
42)
„Mehrere
gutausgebildete Steuerfahnder, die mit ihren Vorgesetzten wegen dienstlicher
Angelegenheiten über Kreuz lagen, hat das Land Hessen mit Hilfe psychiatrischer
Gutachten zu pensionsberechtigten Ruheständlern gestempelt – teilweise schon im
Alter von 36 Jahren.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 50
43)
„Betuchte
Anleger hatten in den neunziger Jahren mit Hilfe ihrer Bankberater diskret
Vermögen ins Ausland geschafft, um der deutschen Zinsabschlagsteuer zu entgehen.
Bei Durchsuchungen in den Geldhäusern beschlagnahmten die Fahnder daraufhin
massenweise Unterlagen zu diesen Transfers. ... und leiteten Tausende von
Verfahren ein. Doch plötzlich fühlten
sich Fahnder im zuständigen Finanzamt V der Bankenmetropole Frankfurt auf ihrer
erfolgreichen Jagd nach Schwarzgeld-Sündern von der eigenen Verwaltung
ausgebremst. Eine umstrittene Verfügung der Behördenspitze sorgte dafür, dass
die Spezialtruppe Mitte 2001 einige tausend noch unbearbeitete Fälle abgeben
musste – an die Finanzämter am Wohnsitz der Verdächtigen.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 50
44)
„Seit Monaten
sabotiert er (Ehud Barak) Olmerts Zugeständnisse an die Palästinenser.
So ist Barak als Verteidigungsminister zuständig für die in der internationalen
Roadmap vorgeschriebene Räumung illegaler jüdischer Außenposten im
Westjordanland. Olmert nannte sie vergangene Woche eine ‚Schande’, Barak
hingegen versprach Siedlerführern, einige davon zu ‚legalisieren’. Selbst
Parteifreunde kritisieren ihn als selbstgerecht: ‚Ich verstehe Barak nicht’,
sagt Parteigeneralsekretär Eitan Kabel. ‚Er ist von einem bösen Geist
befallen’, behauptet gar Ex-Minister Mosche Schachal.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 89 („Alle
gegen Barak“)
45)
„Nicht nur die
Weiterverwendung der durch die Nationalsozialisten gebrauchten Begriffe,
sondern vor allem die ‚Nazi-Vergleiche’ offenbaren nach Ansicht der
Sprachforscher (der Universität Düsseldorf) das gestörte Verhältnis der
Deutschen zu ihrer NS-Vergangenheit: Einzigartige Geschichtsereignisse würden
in inflationär gebrauchten Vergleichen ... relativiert. Wer auf sich aufmerksam
machen wolle, sei mit der Hitler-Metapher rasch zur Hand. Im gesellschaftlichen
Streit um die rechten Worte sehen die Wissenschaftler allerdings auch Gutes:
‚Es gibt keine Deutungshoheit, ein einheitlicher Sprachgebrauch existiert nur
in totalitären Gesellschaften’.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 115 („Nazi-Begriffe
im Alltag“)
Anmerkung: Ich bin Deutscher, habe aber keine NS-Vergangenheit, weil ich 1948 geboren wurde! Es sollte in der Tat keine Deutungshoheit geben, weil wir keine totalitäre Gesellschaft sein wollen; allerdings wird eine solche massiv und unübersehbar vom Zentralrat der Juden in Deutschland beansprucht, von dem einst ein Vorsitzender als „moralische Instanz“ gepriesen wurde, obwohl er vom Landgericht Dresden zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt worden war.
46)
„Robert James
Fischer, Spitzname Bobby ... Intelligenzquotient 184, gewann 1972 in der
isländischen Hauptstadt Reykjavik die Weltmeisterschaft gegen den Sowjetrussen
Boris Spasski ... Der Schulabbrecher, der mit 13 die ‚Partie des Jahrhunderts’
gegen Donald Byrne gewann und dreimal in Folge den Schach-Oscar erhielt,
bestritt nach dem WM-Sieg 20 Jahre keine Turnierpartie mehr. (...) Er leugnete
den Holocaust (obwohl selbst jüdischer Herkunft) und begrüßte die
Terroranschläge auf das World Trade Center.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 150 (Nachruf)
47)
„Was die Mauer
betrifft, so lassen wir uns nicht deren Schutzfunktion ausreden – ganz einfach,
weil wir den Schutz spüren vor all dem, was hinter der Mauer jetzt an brauner
Pest wuchert.“
Ulrich Junghanns im Juli
1989 in der DDR-Zeitung „Bauernecho“ (DER SPIEGEL 4 / 2008 / 152). Junghanns
war in der DDR als Blockparteimitglied Funktionär der DDR-Bauernpartei und im Zeitpunkt
der SPIEGEL-Veröffentlichung Parteichef der brandenburgischen CDU.
Anmerkung: Angela Merkel – früher FdJ-Sekretärin und heute Mitglied im Rotary-Club – sollte bei den diversen 2009 anstehenden Wahlen nicht allzu heftig mit Schmutz auf alte SED-Kader in der Linkspartei werfen; da könnte einiges zurückfliegen, was die CDU im Beitrittsgebiet als Wendehalspartei erscheinen lassen könnte. Immerhin sind einige ehemalige DDR-Bürger wegen des Schießbefehls an Grenze und „antifaschistischem Schutzwall“ verurteil worden.
48)
„Peer
Steinbrück ... Bundesfinanzminister und Urgroßneffe des Deutsche-Bank-Gründers
Adelbert Delbrück, hat ... Vertretern der Zunft seines berühmten Vorfahren
gehörig die Leviten gelesen. ‚Seien Sie versichert’, donnerte der Politiker mit
sichtbarer Genugtuung vom Rednerpult den rund 300 geladenen Gästen bei einer
Veranstaltung der Dresdner Bank in Berlin entgegen, ‚mein Respekt für Ihren
Berufsstand ist mittlerweile auf dem gleichen Niveau angekommen wie ihr Respekt
für meinen.’ Über den spontanen Applaus zeigte sich Steinbrück beim
anschließenden Stehempfang verwundert. ‚Ich wusste gar nicht, ... dass Banker
so masochistisch veranlagt sind’.“
DER SPIEGEL 4 / 2008 / 153
49)
„Kugeln treffen
oder treffen nicht.“
Pervez Musharraf –
seinerzeit Präsident Pakistans auf die Frage des SPIEGEL nach seiner Angst vor
einem Attentat (DER SPIEGEL 3 / 2008 / 3 + 105)
50)
„Frankreich,
Großbritannien, Belgien, die Niederlande – überall gescheiterte Integration und
Jugendgewalt, und natürlich sind perspektivlose junge Männer die Ersten, die
Radau machen.“
Nadim Karkutli im
SPIEGEL-Leserbrief 3 / 2008 / 8
Anmerkung: Die offenbar gleichförmigen Erfahrungen über gescheiterte oder abgelehnte Integration sollte zu der Überlegung Anlass geben, ob diese zu teuer, kaum möglich, überwiegend von beiden Seiten nicht gewollt oder gewünscht ist und deshalb von der Agenda zu streichen sei. Zur Wiederherstellung des sozialen Friedens bietet sich eine Rückführung der gewalttätigen und/oder nicht integrationswilligen Migranten an. Einerseits unter Ausschöpfung der Möglichkeiten zur Beendigung der Aufenthaltserlaubnis und andererseits durch lukrative Anreize. Rudolf Augstein, Helmut Schmidt, Angela Merkel, Edmund Stoiber und viele andere mehr haben das Projekt einer multikulturellen Gesellschaft „parteiübergreifend“ für gescheitert erklärt. Wann folgen den Worten endlich Schlussfolgerungen und Taten?
51)
„Privatisierung
bringt dem Bürger dann Vorteile, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Wer aus
einem Staatsmonopol ein ‚Privatmonopol’ macht, der treibt den Teufel mit dem
Beelzebub aus.“
Rudolf Hege im
SPIEGEL-Leserbrief 3 / 2008 / 10
52)
„(Bundesjustizministerin
Brigitte) Zypries hatte zunächst eine Frau als Nachfolgerin des scheidenden
Vizepräsidenten (des Bundesverfassungsgerichts) Winfried Hassemer
favorisiert. Offenbar konnte die SPD aber keine geeignete Kandidatin finden.“
DER SPIEGEL 3 / 2008 / 13 („Philosoph
wird Präsident“)
53)
„Aber es lässt
sich auch nicht leugnen, dass ein Teil der Mitglieder der Vereinten Nationen,
jedenfalls in ihrer tatsächlichen Verfasstheit, nicht den Anforderungen der
europäischen Rechtsstaatlichkeit genügen. Dann können Sie natürlich auch von
der Völkerrechtsordnung nicht genauso viel erwarten.“
Hans-Jürgen Papier –
Präsident des Bundesverfassungsgerichts im SPIEGEL-GESPRÄCH 3 / 2008 / 26
54)
„Weimar ist
gescheitert wegen Versailles und Moskau.“
Otto Braun –
sozialdemokratischer preußischer Ministerpräsident
55)
„Wir wollen
keinen Rückfall in die Schuldenmacherei.“
Peer Steinbrück –
Bundesfinanzminister (DER SPIEGEL 3 / 2008 / 71)
56)
„Mit (Martti)
Athisaari haben wir uns 18 Monate lang auseinandergesetzt, wobei sich uns
der Eindruck aufdrängte, dass für ihn das Ergebnis von Anfang an feststand –
die Unabhängigkeit des Kosovo.“
Vuk Jeremic – serbischer
Außenminister im SPIEGEL-Interview 3 / 2008 / 101
57)
„Die Entsorgung
der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe (WAK) wird um weitere 239
Millionen Euro teurer als bisher angenommen. Das geht aus einer neuen
Kostenrechnung des Bundesforschungsministeriums hervor. Zu Beginn des Projekts
1991 waren die Gesamtkosten auf umgerechnet über eine Milliarde Euro beziffert
worden, 2005 war bereits von knapp zwei Milliarden Euro die Rede. Eine neue
Schätzung kommt nun auf Kosten von über 2,2 Milliarden Euro. (...) Die WAK war
von 1971 bis 1990 in Betrieb und sollte ein eigenes deutsches Programm zum
Recycling von Atommüll begründen; das Vorhaben scheiterte jedoch.“
DER SPIEGEL 3 / 2008 / 110
58)
„In seinen
Büchern enttarnte (Philip) Agee, der den Geheimdienst (CIA) 1969
verlassen hatte, Hunderte zum Teil noch aktive Agenten.“
DER SPIEGEL 3 / 2008 / 142 (Nachruf)
59)
„Im Zuge der
vom Pariser Premierminister angekündigten Bewertung aller Kabinettsmitglieder
durch eine private Unternehmensberatung soll (Kulturministerin Christine) Albanel
unter anderem daran gemessen werden, wie sich die Zahl der Besucher in 14
französischen Nationalmuseen entwickelt ... Einwanderungsminister Brice
Hortefeux etwa soll nach der Zahl der ausgewiesenen Ausländer bewertet werden
...“
DER SPIEGEL 3 / 2008 / 144
60)
„Bei Anne Will
schilderte die Chefin einer kleinen Leipziger Bäckerei, warum ein gesetzlicher
Mindestlohn den Ruin ihres Unternehmens bedeuten würde. Doch die Will’sche
Choreographie hatte ihr nur die Rolle einer Pausennummer zugedacht. Der
Moderatorin bot sich die einmalige Chance auf einen Ausflug in die
Wirklichkeit, die sie leichtfertig vergab.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2008 / 4
61)
„Der
Tarifvertrag der Post ist kein Mindestlohntarifvertrag, sondern ein Wettbewerbsverhinderungsvertrag
zu Lasten Dritter. Wenn per Gesetz einer Branche Löhne aufgezwungen werden, die
30 Prozent über den Durchschnittslöhnen der Wettbewerber liegen, kann von einem
Mindestlohn keine Rede sein.“
Dieter Hundt –
Arbeitgeberpräsident (P.T. MAGAZIN 1 / 2008 / 7)
62)
„Es gibt
praktisch keine goldgedeckten Währungen mehr. Schon nach dem Ersten Weltkrieg
kaufte das 1913 von den Finanzgruppen Rothschild und Rockefeller gegründete
private Federal Reserve System in den USA die Goldreserven der Welt auf. Viele
nationale Währungen weltweit konnten daraufhin ihren Goldstandard nicht halten
und brachen in den Deflationen der ersten Weltwirtschaftskrise zusammen.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2008 / 8 („Das
Trojanische Kalb“)
63)
„80 Prozent
aller verfügbaren Dollars sind inzwischen außerhalb der USA gebunkert.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2008 / 8 („Das
Trojanische Kalb“)
64)
„But the U.S. government has a technology, called a
printing press (or, today, ist electronic equivalent), that allows it to
produce as many U.S. dollars as it wishes at essentially no cost.” (Zu Deutsch: “Die US-Regierung verfügt über eine
Technologie, genannt Druckerpresse (oder heute ihr elektronisches Äquivalent),
die ihr die Produktion so vieler US-Dollars erlaubt, wie sie wünscht – und das
ohne Kosten.“)
Ben S. Bernanke –
FedRes-Präsident am 21.11.2002 vor dem National Economists Club, Washington
D.C.
65)
„Nach einer
bundesweiten Razzia gegen illegalen Cannabis-Anbau ... gerät nun (Februar
2008) ausgerechnet ein Vorsitzender Richter des Verwaltungsgerichts Minden
in Erklärungsnot. Wie aus einem internen Bericht der Staatsanwaltschaft Aachen
hervorgeht, trafen Polizisten den Mann im ausgebauten Dachgeschoss seines
Hauses nebst elf mit Cannabis-Blüten und Pflanzenteilen gefüllten
Marmeladengläsern an.“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 14
Anmerkung: Der eine Richter hat Haschischpflanzen im Arbeitszimmer, in Stuttgart gehen Richter und Staatsanwälte in den Puff, in Sachsen angeblich sogar in Kinderbordelle; Wolfgang Neskovic hatte also Recht, als er schon vor vielen Jahren schrieb, die angeblich hohe Moral der Richterschaft sei ein Mythos. Auch „Die Rechtsbeugermafia“ zeugt von schier unglaublichen „Fehlleistungen“ der Schwarzkittel und um sich einen auch repräsentativen Überblick über die Verkommenheit der „Rechtspflege“ zu verschaffen, orientiere sich der interessierte Leser an der Bibliographie „justizkritische Bücher“ auf dieser Weltnetzseite.
66)
„Die Fronten im
hessischen Landtag sind auch deshalb so verhärtet, weil die maßgeblichen
Politiker sich in jahrelangen beinharten Auseinandersetzungen angewöhnt haben,
weniger mit- als übereinander zu reden – und das am liebsten schlecht und
öffentlich.“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 18 (Matthias
Bartsch: „Verhärtete Fronten“)
67)
„Der
Bundeslandwirtschaftsminister (Horst Seehofer) hat im vergangenen
September (2007) auf dem CSU-Parteitag in München den Kampf um den
Parteivorsitz gegen (Erwin) Huber verloren. Unter Huber, das war
Seehofers Argument, werde die CSU zur Bayernpartei schrumpfen. Man hat nicht
den Eindruck, dass er diese Einschätzung inzwischen korrigieren möchte.“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 31
68)
„Moskauer
Mönche wollen ein Kloster in der Uckermark gründen – mit Putins Segen und in
freundlicher Nachbarschaft zur Datsche von Angela Merkel. (...) Damit das
Kloster in der hügeligen Uckermark auch weithin zu sehen ist, soll direkt neben
dem Schloss (Götschendorf) noch ein Kirchenneubau mit einem knapp 30 Meter
hohen Turm entstehen. Mit Protesten der Bevölkerung ist nicht zu rechnen. ‚Wir
sehen hier lieber einen Zwiebelturm als ein Minarett’, sagt eine ältere
Bewohnerin auf der Dorfstraße ...“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 41
69)
„Lediglich ein
Viertel der Ukrainer befürwortet derzeit einen Beitritt zum Nordatlantikpakt.“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 77 („Riskanter
Reformkurs“)
Anmerkung: Überall werden hochkarätige politische Entscheidungen gegen das Volk getroffen, ob es die EU-Osterweiterung, die EU-Verfassung, der Vertrag von Lissabon oder der Nato-Beitritt der Ukraine ist. Welche Heuchelei, daß JENE gleichwohl von morgens bis abends die Selbsteinschätzung als „Demokratie“ im Munde führen. Für „unpopuläre“ Entscheidungen haben JENE ja die Lobby und korrupte „repräsentative“ Parlamentarier installiert.
70)
„Das
italienische Parlament hat immer schon über einen erhöhten Grad an Vulgarität
verfügt. Das jetzt auch gespuckt und mit Champagner gespritzt wird, ist
allerdings neu ...“
Marco Travaglio –
Kulturkritiker aus Turin (DER SPIEGEL 6 / 2008 / 78)
71)
„Ich liebe die
Vereinigten Staaten. Nur ihre Außenpolitik nicht.“
Mohammed Ibn Raschid Al Maktum – Herrscher von Dubai (DER SPIEGEL 6 / 2008 / 84)
72)
„Adolf Hitler
war ein hochbegabter Politiker. Das darf man auch mal sagen.“
Hans Magnus Enzensberger –
Ende Januar 2008 gegenüber der Schweizer „Weltwoche“ (DER SPIEGEL 6 / 2008 /
142)
73)
„So soll
US-Außenminister Henry Kissinger auch zugestimmt haben, als Suharto 1975 die
frühere portugiesische Kolonie Osttimor Indonesien einverleibte. Geschätzte
200.000 Menschen bezahlten dieses mit dem Leben.“
DER SPIEGEL 6 / 2008 / 146 (Nachruf
auf Suharto)
74)
„Wieso haben
alle gegenwärtigen deutschen Staatsbürger den Tod jüdischer und anderer
Nazi-Opfer ‚verschuldet’? Wieso ist der Tod eines Menschen die ‚Schande’ eines
anderen Menschen, obgleich dieser den Tod weder verursacht noch gebilligt hat?
Haftet jeder Mensch für die Untaten der Sippenverwandtschaft seiner Vorfahren?
Wer ist aufgrund welcher Ermächtigung befugt, die Frage, ob Unschuldigen eine
Kollektivschuld und/oder Kollektivschande auferlegt werden kann, verbindlich
für die Menschheit zu beantworten?“
Alfred Berghoff im
SPIEGEL-Leserbrief 8 / 2008 / 10
Anmerkung: Diese – rhetorischen – Fragen werden leider viel zu selten gestellt. Man konnte die hirnrissige Kollektivschuldthese nicht länger aufrechterhalten, so daß JENE auf die Begriffe „Verantwortung“ und „Schande“ auswichen. Aber auch das ist nicht gerechtfertigt. Man denke doch nur an die Tausende von Deutschen, die es unter dem Risiko schwerster Strafen auf sich genommen haben, Juden zu helfen, durch Fluchthilfe, Lebensmittelversorgung oder Gewährung eines Verstecks. Der gesamte – üblicherweise erheblich unterschätzte – Widerstand gegen das Naziregime hat sich nichts vorzuwerfen; wer als Christ, Sozialdemokrat oder Kommunist selber im Gefängnis, Zuchthaus oder Konzentrationslager einsaß, ist frei von Verdacht und Makel. Gleiches gilt für Deutsche, die vor der Machtergreifung nicht NSDAP gewählt haben. Und selbst unter denen, die vor 1933 NSDAP gewählt haben, haben sich fast alle täuschen lassen oder sahen in Hitler die einzige realistische Chance für sich und Deutschland. Die jüngeren Jahrgänge sind ohnehin exkulpiert; mit der Einführung einer Sippenhaft würde man sich auf die gleiche Stufe mit totalitären Regimen wie dem Nationalsozialismus stellen. Der Schlussstrich ist ebenso überfällig wie die Historisierung des Dritten Reiches und die Streichung des verfassungswidrigen § 130 III StGB, wie sie von der seriösen Strafrechtswissenschaft ebenso gefordert wird wie von zwei kürzlich pensionierten Richtern am Bundesverfassungsgericht.
75)
„In dem Bericht
(Die Hamburger CDU setzt auf die Grünen) brachten Sie (DER SPIEGEL) es
zuwege, den Namen des sozialdemokratischen Kandidaten konsequent zu
verschweigen, während der seines Gegners nicht nur ein Dutzend Mal genannt,
sondern durch ein Bildchen gefeiert wurde. Hätte ich es noch mit
Journalismus-Studenten zu tun, dann würde ich diesen Artikel als ein
Paradebeispiel der Pseudo-Objektivität plakatieren, die es erlaubt, auch jede
Spur von journalistischer Fairness zu beseitigen.“
Klaus Harprecht im
SPIEGEL-Leserbrief 8 / 2008 / 11
Anmerkung: Man sieht, woher beim SPIEGEL seit geraumer Zeit der Wind weht! Grundsätzlich ist es natürlich zu begrüßen, daß Ronald Schill aus der Politik (und Justiz) verschwunden ist, aber viele hätten es sich inniglich gewünscht, daß er mit entsprechendem Medienecho vollständig ausgepackt hätte, was gegen den Rotarier Ole so alles vorliegt. War es nicht die Clubfreundin aus der Uckermark, die ihn vor weiterer Unbill beschützt hat?
76)
„Der Trend der
letzten Jahrzehnte, einseitig Mädchen und Frauen zu fördern, sorgte wie
erwartet dafür, dass Jungen komplett vernachlässigt wurden.“
Simone Holzhäuser-Sutter im
SPIEGEL-Leserbrief 8 / 2008 / 12
77)
„Jungen sind
Schulversager, weil sie das deutsche Schulsystem dazu macht.“
Kai Erdbrink im
SPIEGEL-Leserbrief 8 / 2008 / 12
78)
„Glaubwürdigkeit
ist unser Erfolg, dadurch unterscheiden wir uns von den anderen Parteien.“
Politisches Credo von Oskar
Lafontaine für die Linkspartei (DER SPIEGEL 8
/ 2008 / 34)
79)
„Mit seiner
Kölner Rede hat der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan versucht, die
Deutsch-Türken zu Geiseln ihrer Abstammung zu machen.“
DER SPIEGEL 8 / 2008 / 46 (Thomas
Darnstädt: „Identität als Gefängnis“)
80)
„Assimilation
ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Sie sollten sich dessen bewusst
sein.“
Recep Tayyip Erdogan türkischer
Ministerpräsident im Februar 2008 vor knapp 20.000 Deutsch-Türken in der
Köln-Arena
Anmerkung: Da ein Großteil der Migranten aus der Türkei mehr oder weniger integrationsunwillig ist, scheint die Lösung des Problems – wenn Assimilation ein Verbrechen sein soll – nur in der Rückführung zu liegen.
81)
„Das Tragen von
Kopftüchern ist in Ankaras Schulen verboten – in Berliner Schulen nicht.“
DER SPIEGEL 8 / 2008 / 46 (Thomas
Darnstädt: „Identität als Gefängnis“)
82)
„Es gehört für
uns als katholische Kirche zu den verbindlichen Strukturen, dass Jesus Christus
nur Männer zu Aposteln berufen hat. Der Priesterberuf und das Amt des Bischofs
bleiben dem Mann vorbehalten.“
Erzbischof Robert
Zollitsch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
im SPIEGEL-GESPRÄCH 8 / 2008 / 55
83)
„Mit dem
Kommunisten Gennadij Sjuganow an der Spitze zieht die größte Oppositionspartei
in die Präsidentenwahl. Die Verteidiger der Sowjetmacht arbeiten dem Kreml
direkt in die Hand.“
DER SPIEGEL 8 / 2008 / 114
84)
„Zwar gilt noch
ein Parteitagsbeschluss (der KPdSU) von 2005, der Putins
‚bonapartistischem, bürokratischem Regime’ einen ‚volksfeindlichen Charakter’
bescheinigt. Doch unter vier Augen sind der Präsident (Wladimir Putin),
der die Sowjethymne wieder einführte, und der KP-Boss (Gennadij Sjuganow) per
du.“
DER SPIEGEL 8 / 2008 / 115
85)
„Im Ministerium
für Staatssicherheit (MfS) der DDR war (Gerhard) Neiber der Mann für die
‚nassen Sachen’, für Geheimdienstoperationen, bei denen Blut fließt. So brachte
er es zum Stellvertreter des Ministers, zum Generalleutnant ... Das trug ihm
später Strafverfolgungen wegen Beihilfe zum Mord (an einem entflohenen
Grenzpolizisten) und wegen Sprengstoffverbrechen ein; verurteilt wurde er nicht.“
DER SPIEGEL 8 / 2008 / 166 (Nachruf)
86)
„Unser
Heimatland scheint in der Auflösung befindlich zu sein – offen nach allen
Seiten, grenzenlos, mithin ein Auslaufmodell, wie alle europäischen Staaten.
Politiker, Banken und die dahinter stehenden plutokratischen Kräfte plündern
die arbeitenden Völker aus, wirbeln sie durcheinander und verhindern mit ihrer
Aufspaltungspropaganda jeden wirksamen gegnerischen Zusammenschluß. Mit den
Schutzgrenzen und Schutzgesetzen schwinden auch die Abwehrkräfte gegen internationale
kriminelle Banden, deren Bekämpfung ohnehin politisch oft nicht gewollt ist, da
sonst die Verknüpfungen zwischen kriminellen, wirtschaftlichen und politischen
Strukturen offenkundig würden. Der rechtschaffene, ehrliche Bürger ist allen
sich ausbreitenden Machenschaften ausgeliefert. Die Politik ist wider jegliche
Vernunft und somit ohne Hintergrundkenntnisse nicht mehr nachvollziehbar.“
Beatrix Ullrich in „Der
freie Mensch“ Heft 11/12 – 2008, S. 3
87)
„Wir haben es
nicht nur mit einer Krise auf den Finanzmärkten zu tun, sondern auch in den
Bereichen Wirtschaft, Politik und Demokratie, was zum Teil noch geleugnet wird.
Oskar Lafontaine hat am Mittwoch darauf hingewiesen, daß der von Ihnen zunächst
berufene und dann wieder zurückgetretene Tietmeyer erklärt hatte, daß die
Finanzmärkte die Politik beherrschen. Heute sagen Sie, daß Sie zu diesem Gesetz
(Finanzmarktstabilisierungsgesetz) gezwungen sind. Damit räumen Sie ein,
immer noch beherrscht zu werden.“
Gregor Gysi am 17.10.2008
im Deutschen Bundestag
88) „ ... Joschka Fischer (Ex-Außenminister und Ehrenjude der Gemeinde in Saloniki) von den Grünen hat erklärt, man könne nicht gegen die Finanzmärkte regieren. Gerhard Schröder ist Tony Blair gefolgt – und zwar gegen Oskar Lafontaine – und hat gesagt: Wir müssen die Freiheit der Finanzmärkte schaffen. Herr Steinbrück, ich darf Sie ausnahmsweise zitieren. Sie haben am 4. Mai 2006 auf der Euromoney Germany Conference Folgendes wörtlich erklärt: Obwohl wir mit unseren Reformanstrengungen noch keineswegs am Ende sind, zeigen sie doch erste gute Ergebnisse. Nicht zuletzt ist Deutschland heute eine der am meisten liberalisierten und deredulierten Wirtschaften in Europa. Darauf waren Sie stolz. Das Ergebnis sehen wir jetzt. – Entschuldigung, die SPD hat Hedgefonds zugelassen, die Sie dann als Heuschrecken bezeichnet haben. Die SPD und die Grünen haben Leerverkäufe zugelassen.“
Gregor Gysi am 17.10.2008
im Deutschen Bundestag
89)
„Das von den
Neokonservativen eingenommene Bush-Regime und die von den Israeli besetzten Medien
fuhren die ahnungslose Welt in Richtung Atomkrieg.“
Paul Craig Roberts –
US-amerikanischer Kolumnist / unter Präsident Reagan stellvertretender
Finanzminister gegenüber der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ (26.8.2008)
90)
„Tatsächlich
aber hat diese Parlamentsdebatte aus dem Jahre 1900 (ausgelöst am 10.12.1900
durch den damals noch fast unbekannten jungen Rechtsanwalt David Lloyd George
mit der Aufdeckung der Verstrickung der Familie Chamberlain in
Rüstungsgeschäfte) die Wurzeln jenes Systems aufgedeckt, aus denen die
britische Oberschicht ihre Macht entfaltet hat. Denn England ist politisch
gesehen das Parlament, aus dem wieder das Kabinett hervorgeht. Das Parlament
aber ist nicht eine Vertretung des Volkes, wie es das Schlagwort der Demokratie
glauben machen will, sondern ein von hundert bis zweihundert Familien
beherrschter Clan, in dem sich die ganze ungeheure Handels- und Finanzmacht
Englands, ja des britischen Weltreiches mit der Ausübung der politischen Macht
verbindet. Ein Weltreich führt Krieg – für hundert Familien. Das ist keine
propagandistische Redensart, als die es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Das ist die Wirklichkeit. Plutokratie – das ist die Alleinherrschaft der
Finanzgewaltigen in einem Volk.“
Beatrix Ullrich zit. (in
„Der freie Mensch“ Heft 11/12 – 2008, S.78 f) Giselher Wirsing: „100 Familien
beherrschen das Empire“
91)
„Die Bekämpfung
von Organisierter Kriminalität ist politisch nicht gewollt.“
Hans-Ludwig Zachert –
ehemals Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA)
Anmerkung: Unglaublich, aber wahr!
92)
„Die politische
Einflussnahme auf Verfahren wird immer stärker. Ich beobachte die Politisierung
der Strafverfolgung.“
Hans-Ludwig Zachert –
ehemals Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA)
93)
„Es wird bis in
die höchsten Spitzen verhindert, daß wir gegen Prominente ermitteln. Der Staat
ist unter die Räuber gefallen.“
Ein Oberstaatsanwalt
aus Berlin („Der freie Mensch“ Heft 11/12 –
2008, S. 84 / Besprechung von Jürgen Roth: „Ermitteln verboten“)
94)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land das öffentliche Zeigen der offiziellen Landesflagge
inzwischen als Diskriminierung moslemischer Zuwanderer gesehen wird und von der
Polizei mit einem Bußgeld belegt werden kann?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
95)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land eine christliche Kirche seit dem Sommer 2008
Schutzgeld an Moslems zahlt, die als ‚Bodyguards’ arbeiten, damit Kirchgänger
nicht länger von Jugendlichen anderer Kulturkreise angegriffen werden?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
96)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land die wachsende Zahl von Vergewaltigungen durch
Mitbürger aus dem islamischen Kulturkreis mit dem ‚Klimawandel’ begründet
wird?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
97)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land Muslime in arabischer Sprache darüber aufgeklärt
werden, daß die Einheimischen nicht Menschen zweiter Klasse sind, sondern auch
Menschenrechte haben?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
98)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land laut einer von der Regierung in Auftrag gegebenen
Studie, 25 Prozent aller dort lebenden Muslime Gewalt gegen andersgläubige
Mitbürger in ihrer neuen Heimat als ‚legitim’ erachten?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
99)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land Gefängnis-Toiletten umgebaut wurden, weil Muslime auf
Toiletten weder mit dem Gesicht noch mit Rücken gen Mekka gewandt sitzen
dürfen?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
100)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land 70 Prozent der inhaftierten Straftäter Muslime sind?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
101)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land 2008 drei muslimische Mitbürger, die auf Polizisten
geschossen hatten, vom Richter sofort wieder ohne Verfahren auf freien Fuß
gesetzt wurden, weil man Angst vor ‚Rassenunruhen’ hatte?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
102)
„Wissen Sie, in
welchem europäischen Land im Dezember 2006 zum ersten Mal eine
vollverschleierte Muslima in einem bekannten Privatsender eine alternative –
islamische – Weihnachtsansprache an die Bevölkerung verlesen durfte? Wußten
Sie, daß diese Frau die Christen als ‚Ratten’ bezeichnete?“
Die Antwort finden Sie in
„SOS Abendland – die schleichende Islamisierung Europas“ von Udo Ulfkotte
103)
„Offenbar muss
wieder einmal Kaiser Wilhelm II. als Sündenbock herhalten, diesmal sogar für
Oktoberrevolution und Gulag – eine geradezu aberwitzige Theorie!“
Wolfgang Müller im
SPIEGEL-Leserbrief 51 / 2007 / 8 zur SPIEGEL-Titelgeschichte „Wie Kaiser
Wilhelm II. Lenins Oktoberrevolution finanzierte – Die gekaufte Revolution (Nr.
50/2007)
Anmerkung: Rudolf Augstein – der historisch Beschlagene – hätte vermutlich einen solchen Artikel nicht durchgehen lassen, dem das antideutsche Ressentiment auf die Stirn gemeißelt steht. Fangen wir damit an, daß es britische Freimaurer unter maßgeblicher Mitwirkung des Thronfolgers waren, die sich schon 1887 anschickten, Mitteleuropa neu zu ordnen, so, wie es 1945 dann auch aussah. Daß es Freimaurer waren, die im Hintergrund unter geschickter Ausnutzung einer nationalistischen Bewegung auf dem Balkan mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers das Streichholz in das Pulverfass warfen, um den Ersten Weltkrieg auszulösen. Daß die Unterstützung der bolschewistischen Revolution durch die amerikanische Ostküste (und die wird weder im Artikel, noch in der Leserbriefauswahl erwähnt!) viel wirkungsvoller war als die deutsche Hilfe, von der Kaiser Wilhelm II. erst aus der Zeitung erfuhr. Und daß die Schwächung der russischen Militärwalze für das Überleben des Deutschen Reiches in einem Zweifrontenkrieg eine unabweisliche Notwendigkeit war und ideologische Bedenken selbstverständlich zurückgestellt werden mussten. Übrigens hieß der deutsche Geheimdienstchef seinerzeit „Warburg“; klingelt es jetzt?
104)
„Ihr Cover (Titelbild
DER SPIEGEL Heft 50/2007 mit Lenin und Wilhelm II.) suggeriert einen
inhaltlichen Konnex zwischen der Finanzierung Lenins seitens des Auswärtigen
Amts und Kaiser Wilhelm II. Andererseits schreiben Sie selbst, dass der
deutsche Monarch von Lenins Reise (von der Schweiz durch Deutschland und
Schweden nach Rußland) erst aus der Zeitung erfuhr.“
Yves Dubitzky im
SPIEGEL-Leserbrief 51 / 2007 / 8
105)
„Es ist ein
Skandal, dass eine so antiquierte Methode wie das Ankreuzverfahren, das
lediglich lexikalisches Wissen, aber keine Problemlösungskompetenz prüft, über
das Studienschicksal von Menschen entscheidet und für den Arztberuf
hervorragend geeignete Personen scheitern lassen kann.“
Heinz Joseph im
SPIEGEL-Leserbrief 51 / 2007 / 12
106)
„Der ‚Erfolg’
der Band Tokio Hotel begann erst mit der permanenten Berichterstattung in der
‚Bravo’ und basiert immer noch darauf. Mit persönlicher Leistung hat dieser
künstlich konstruierte Erfolg nichts zu tun. Es ist nur eine einzige
Marketingblase.“
Manfred Stengel im
SPIEGEL-Leserbrief 51 / 2007 / 15
107)
„Obwohl die
Mitgliederzahlen der Kirchen sinken, hat Religion für die Deutschen noch
beträchtliche Bedeutung. Selbst 31 Prozent der Nicht-Kirchenmitglieder seien
‚durchschnittlich’ religiös, 2 Prozent sogar ‚hochreligiös’ – so eine Erhebung
der Bertelsmann Stiftung ...“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 19
108)
„Die Linke
plagt sich mit einem skurrilen Streit um die Europa-Abgeordnete Sahra
Wagenknecht. Die Vorzeige-Kommunistin wurde bei einem opulenten Hummer-Essen in
Straßburg fotografiert – und löschte später die Fotos.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 20
Anmerkung: Wenn sich der Vorgang so abgespielt hat, wie DER SPIEGEL ihn schildert, kann man die Linkspartei nun auch nicht mehr wählen. Eine Partei, die solche Leute ins Europaparlament entsendet ...
109)
„Deutschland
driftet auseinander. Während sich Topmanager Millionengagen und –abfindungen
genehmigen, wären viele Bürger schon froh, wenn sie von ihren Löhnen leben könnten.
Nie erschien ihnen ihr Land ungerechter als in Zeiten der Berliner Republik.
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 22 („Der
große Graben“)
110)
„Renditeziele
allein machen noch keine gute Unternehmensführung. Sozialer Frieden ist allemal
ein wichtiger Standortvorteil Deutschlands.“
Bundespräsident Horst
Köhler (DER SPIEGEL 51 / 2007 / 24)
111)
„Wir
akzeptieren unverschämte Managergehälter nicht. Die Beschäftigten erarbeiten
die Unternehmenswerte.“
Berthold Huber –
IG-Metall-Chef (DER SPIEGEL 51 / 2007 / 24)
112)
„Wenn aus dem
Gehalt eines Menschen mehr als hundert Arbeitsplätze finanziert werden könnten
und gleichzeitig in demselben Unternehmen aus Kostengründen Arbeitsplätze
abgebaut werden, sprengt das jede Vorstellung von Gerechtigkeit.“
Wolfgang Huber – EKD-Ratsvorsitzender
(DER SPIEGEL 51 / 2007 / 24)
113)
„Wenn Nieten
mit hohen Abfindungen abgeschoben werden, ist das ein Skandal.“
Michael Glos –
CSU-Wirtschaftsminister (DER SPIEGEL 51 / 2007 / 24)
114)
„Manchmal habe
ich den Eindruck, es wird sogar Misserfolg besonders vergütet: Wenn der
Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens erst den Aktienkurs in den Keller fährt
und dann um eine zweistellige Millionenabfindung streitet, fehlt mir jedes
Verständnis.“
Peer Steinbrück –
SPD-Finanzminister (DER SPIEGEL 51 / 2007 / 24)
115)
„Die Grenze
verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten.“
Parole auf der Außenwand
des „Köpi“ – linkes Kulturprojekt in Berlin, Köpenicker Straße 137 (DER SPIEGEL
51 / 2007 / 54)
116)
„Für das Erste
und das ZDF war das Jahr 2007 gemessen an der Zuschauergunst aller Voraussicht
nach das erfolgloseste ihrer Geschichte.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 107
117)
„Für Nicolas
Sarkozy geriet der fünftägige Staatsbesuch von Muammar al-Gaddafi in Paris zur
Woche der Peinlichkeiten.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 115
118)
„Unser Land ist
keine Fußmatte, auf der ein Führer seine Füße vom Blut seiner Verbrechen
reinigt.“
Rama Yade – französische
Staatssekretärin für Menschenrechte zum Staatsbesuch von Gaddafi (DER SPIEGEL
51 / 2007 / 115)
Anmerkung: Woher nimmt Madame die Chuzpe, so über Gaddafi herzuziehen? Ist ihr die französische Geschichte nicht bekannt, angefangen bei den absolutistischen Exzessen gewisser Monarchen, über den Blutrausch des Terrors der Revolution bis zu den ungesühnten Verbrechen gegenüber Algerien und den Algeriern? Wer im Glashaus sitzt, soll sich bekanntlich im Dunkeln ausziehen und Madame sollte vielleicht nicht alles glauben, was ihr aus angelsächsischen Geheimdienstkreisen über den Herrn Oberst zugetragen wurde. Und selbst wenn etwas Wahres daran wäre, muß sie sich fragen lassen, ob sie gegenüber dem Mörder George W. Bush eine ebenso dicke Lippe riskieren würde?
119)
„Die Verwendung
der von den Nazis missbrauchten Rune ist bei den Finnen nicht ungewöhnlich. Die
einstigen Waffenbrüder des Deutschen Reichs im Krieg gegen den sowjetischen
‚Bolschewismus’ verwendeten das Hakenkreuz zwischen 1939 und 1944 ganz
offiziell als Symbol für die finnische Armee, auf den Tragflächen der Flugzeuge
ihrer Luftwaffe prangte es – Blau auf weißem Grund – zum ersten Mal schon 1918.
Bei der Verwendung von Nazi-Insignien sind die Finnen auch sonst nicht
zimperlich.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 116
120)
„Auch das Hakenkreuz,
das als das Symbol des Nationalsozialismus heute zu zeigen fast überall
verboten ist, reicht mit seiner symbolischen Vergangenheit nicht nur tief in
die Mythologie des Urmenschentums hinein, sondern auch in die Geschichte des
jüdischen Volkes. Ihm ist es ebensowenig fremd wie anderen Völkern des
assyrisch‑babylonischen Kulturkreises und den Vorderasiaten, denen allen
es eine kosmische Bedeutung anzeigt. Als sein Ursprung kann hier das Aleph, der
erste Buchstabe des jüdischen (hebräischen) Alphabets, angesehen werden, der am
eindeutigsten unter den Lettern der Völker das Hakenkreuz demonstriert. So
findet sich das Hakenkreuz denn auf einer Münze auch bei den Juden, nämlich auf
dem Schekel des Königs Hiskia von Juda um 700 vor der Zeitenwende.“
Dietrich Bronder in „Bevor Hitler kam“, 2. Auflage, Genf
1975, S. 228
121)
„Das Verhältnis zwischen Jerusalem und der
NS-Opferorganisation (Jewish Claims Conference) ist
erheblich vorbelastet. Rentenminister Eitan hatte eine Studie in Auftrag
gegeben, die der Claims Conference vorwirft, sie habe Holocaust-Überlebenden
Gelder in Millionenhöhe vorenthalten.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 117
122)
„(Christoph) Blocher
ist getrieben vom Wunsch, den Schweizer Staat umzubauen und das Land von der EU
fernzuhalten, er spricht immer gern von seinem ‚Auftrag’. (...) In seinem
Departement senkte er die Kosten, setzte Justizreformen durch und verschaffte
der Schweiz eines der härtesten Asylgesetze der Welt.“
DER SPIEGEL 51 / 2007 / 123
123)
„Die Fundamentalisten mögen viele Fehler
haben, aber sie sind nicht käuflich und nicht korrupt. Es gibt hier dieses ganz
starke Gefühl im Volk, ebenso wie in der Armee und im Geheimdienst, dass wir
mit dem Wolf tanzen und den falschen Krieg für die Amerikaner kämpfen, die doch
unsere Feinde sind. Pakistan hat ganz andere Interessen als die USA.“
Hamid Gul – ehemaliger Geheimdienstchef Pakistans im
SPIEGEL-INTERVIEW 51 / 2007 / 127
124)
„Desinformation und Sensationshascherei sind
leider auch in Kreisen jenseits der ‚politischen Mitte’ weit verbreitet.“
Beatrix Ullrich in „Der freie Mensch“, Heft 9/10 – 2008, S.
3
125)
„Wenn wir in ständiger Furcht vor einem
Weltkrieg gehalten werden, gegen den wir ohnehin nichts tun können, so lähmt
diese Furcht unsere Tatkraft, die wir doch dringend benötigen, um uns hier in
unserer Heimat gegen Unrecht und Willkür, gegen Fälschungen und Lügen, gegen
Angriffe auf unsere Gesundheit, auf unsere Kinder und unser Seelenheil zur Wehr
zu setzen.“
Beatrix Ullrich in „Der freie Mensch“, Heft 9/10 – 2008, S.
3
126)
„Die damalige KfW-Chefin Ingrid
Matthäus-Maier entschuldigte das kollektive Versagen der KfW im Falle IKB /
Subprime mit Hinweis ‚auf die hohe Komplexität der Geschäfte’. Manche Verträge
seien 400 Seiten dick und schwer zu durchschauen. Das kennen wir ja schon, von
den Cross-Border-Leasing-Verträgen und vom EU-Vertrag!“
Beatrix Ullrich in „Der freie Mensch“, Heft 9/10 – 2008, S.
4
127)
„Auf offener Straße, mitten in der Kölner
Fußgängerzone, wurde heute um ca. 15.00 Uhr der 67jährige Rentner und
pro-Köln-Ratsherr Hans-Martin Breninek brutal zusammengeschlagen, so daß dieser
in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Drei jugendliche Zuwanderer mit
Kampfhund schlugen mit den Fäusten auf Hans-Martin Breninek ein, als dieser
sich gerade nach den von ihnen heruntergestoßenen Flugblättern bückte. Der
pro-Köln-Ratsherr, der auch jahrelang als ehrenamtlicher Schöffe bei Gericht
tätig war, schlug daraufhin mit dem Hinterkopf auf den Bordstein auf und blieb
bewusstlos liegen.“
Aus der Presseerklärung von Pro Köln am 22. August
2008 zit. nach „Der freie Mensch“ Heft 9/10 – 2008, S. 6
128)
„ ... die Errichtung einer neuen ‚Ordnung
aus dem Chaos’ sollten wir nicht den Plutokraten und ihren Logenbrüdern
überlassen!“
Beatrix Ullrich in „Der freie Mensch“, Heft 9/10 – 2008, S.
6
129)
„Vom gesunden Menschen, auch Pflanzen und
Tieren, kann die chemische Großindustrie nicht leben, sie braucht die
Krankmenschen.“
Richard Ungewitter in „Kranke Menschen als
Geldquelle“, 1956 (!)
130)
„Wenn jetzt (nach der
„Gesundheitsreform“ mit Einführung des sog. Gesundheitsfonds) dort
Anreize da sind, innerhalb der GKV (Gesetzlichen
Krankenversicherung) die Pathologisierung quasi, also die
Krankmachung in den Vordergrund zu stellen, dann wäre das ein Anreiz, der
natürlich völlig nach hinten losginge.“
Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske
131)
„So werden Millionen Versicherungsdaten auch
von uns – das gebe ich offen zu – durchanalysiert. Es wird geguckt, könnte man
den – könnte man einen Zuschlag bekommen, wenn man an kleinen Schrauben dreht.
Das ist pervers, um es mal ganz offen zu sagen.“
Professor Jörg Saatkamp – Vorsitzender BKK Landesverband
Bayern
132)
„Weiterhin haben wir die Möglichkeit
betrachtet, daß hinter beiden – offenen und geheimen revolutionären
Gesellschaften – ein verborgenes Zentrum der Führung existiert. Schließlich
haben wir wahrgenommen, daß gegenwärtig viele Linien der Untersuchungen eine
Verbindung dieser Gruppen und dem Grand Orient enthüllen, oder richtiger, zu
einem unsichtbaren Zirkel, der hinter jener großen freimaurerischen Kraft
verborgen ist.“
Nesta H. Webster in „Secret Societies and Subversive
Movements“, 1924
133)
„Dreihundert Männer, von denen jeder jeden
kennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents.“
Walther Rathenau im Jahre 1909
134)
„Nach Aussagen von John Coleman, einem
ehemaligen Mitglied des englischen Geheimdienstes MI6, besteht dieses (Committee of 300) seit 1897 und stellt die
höchste Geheimgesellschaft der supranationalen Revolution dar.“
„Der freie Mensch“ 9/10 – 2008, S. 16 zit. Politonline.ch vom
08.03.2008
135)
„Es ist sinnlos, dies (die Herrschaft der Geheimgesellschaften) abzuleugnen,
denn man kann es nicht mehr verbergen, daß ein großer Teil Europas, ... ganz zu
schweigen von anderen Ländern, ... von einem Netzwerk dieser
Geheimgesellschaften beherrscht wird, ... Was sind ihre Ziele? Sie wollen keine
konstitutionelle Regierung ... Sie wollen die Staatsform dieses Landes
verändern. Sie wollen die gegenwärtigen Landbesitzer vertreiben und das
kirchliche Establishment beseitigen.“
Benjamin Disraeli – 1868 und 1874 bis 1880 britischer
Premierminister (und zur Anglikanischen Kirche konvertierter Jude)
136)
„Wissenschaft ist der ernsthafte planmäßige
Versuch zur Ermittlung der Wahrheit.“
Definition des Bundesverfassungsgerichts
137)
„Am 29. August (2008) wurde
im BRD-Staatssender ARD ‚zur besten Sendezeit’ (zur
Geisterstunde) (23.30 Uhr) ein Interview mit dem russischen
Premierminister Wladimir Putin gebracht, in einer gekürzten Ausführung, die man
nur als Verstümmelung bezeichnen kann. Dies fiel auf, weil das Interview im
russischen Fernsehen in voller Länge gesendet wurde. Als das bekannt wurde und
die ARD-Redaktion mit Zuschauerreaktionen zugeschüttet wurde, dementierte man
die Absicht einer Zensur durch Weglassen und behauptete, es sei üblich,
‚redaktionelle Fassungen’ zu senden.“
„Der freie Mensch“ 9/10 – 2008, S. 37 f („Demokratisches
Kürzen ist keine Zensur!“)
Anmerkung: Die oben zitierte Zeitschrift hat das genannte Interview
Roth / Putin in voller Länge abgedruckt und die Weglassungen kenntlich gemacht.
Es ist ein Skandal, da es sich keinesfalls um eine redaktionelle Überarbeitung
handelt, sondern um eine Zensur offenbar aus Putin / Rußland feindlicher
Intention. Man sollte die Glotze entsorgen und bei der GEZ nur noch für das
Radio bezahlen! Allerdings hat sich auch DER SPIEGEL sehr schwer getan mit der
Wahrheit um den Georgienkonflikt, hat dann aber doch die entscheidenden
Tatsachen zur Beurteilung des verbrecherischen Hasardeurs aus Tiflis gebracht,
währen die Lügenbolde vom Potomac und unsere Ex-FdJ-Sekretärin eine Platte mit
einem Sprung aufgelegt haben, die immer nur brabbelte, der Gegenschlag der
Russen sei unverhältnismäßig gewesen. Für derartige Taten hat die „westliche
Wertegemeinschaft“ sich Milosevic mit später nicht eingelösten Versprechen von
Serbien ausliefern lassen und ihn vor Gericht gestellt, wo er in einem zum
Scheitern verurteilten Prozeß einen merkwürdigen Tod in der Untersuchungshaft
starb. Frau Merkel, wann erklären Sie uns, wann der Hasardeur aus Tiflis in Den
Haag antreten muß oder hat Ihnen Rotary International die Beantwortung auch
dieser Frage untersagt.
138)
„Jetzt zu einem anderen Gut – der
Pressefreiheit. Sehen Sie sich an, wie diese Ereignisse in den Medien der USA,
die zu den Leuchtfeuern der Demokratie gehören, und auch in Europa dargestellt
werden. Ich war in Peking, als dieser Konflikt (in Georgien) entfacht
wurde. Es begann schon der massive Beschuß von Zchinwali, es gab schon
Bodenoperationen der georgischen Truppen, viele Opfer – und niemand hat etwas
von den Vorfällen berichtet. Die ARD schwieg und auch alle amerikanischen
Sender schwiegen, als wäre nichts passiert – Stille. Kaum hatten wir den
Aggressor zurückgedrängt, ihm die Zähne ausgeschlagen, kaum hatte er seine
amerikanische Bewaffnung fallen gelassen und ist überstürzt geflüchtet – haben
alle sich sofort an internationales Recht und an aggressives Rußland erinnert.
Alle hatten sofort ein Gesprächsthema.“
Wladimir Putin – russischer Ministerpräsident im Interview
Anmerkung: Wo er recht hat, hat er recht. Es gibt viele gleichartige
Beispiele. So haben deutsche Medien immer wieder ausführlich berichtet, wenn
eine Hand voll Teilnehmer von ungenehmigten Demonstrationen in Moskau von
Sicherheitskräften unsanft behandelt wurden, während das Schweigen des Waldes
ausbrach, wenn Tausende in Washington gegen den Irak-Krieg demonstrierten und
auf die Teilnehmer eingeprügelt wurde. Es gibt ja auch schon Reporter, die
wegen dieser manipulativen Gängelung im deutschen Staatsfernsehen
hingeschmissen haben. Die Verlogenheit der Strippenzieher ist einfach zum
Kotzen und man kann nur hoffen, daß möglichst viele Zuschauer diesen Schwindel
durchschauen. In den sog. Printmedien ist es auch nicht besser. Die Presseleute
bekommen die Notwendigkeit des Lügens und Manipulierens heutzutage ja schon auf
der Journalistenschule beigepult. Pfui, schämt Euch!
139)
„Beherzt ohne Wenn und Aber greifen die
wahren Staatsbürger aus der Schafherde der Noch-Steuerzahler, dem
Edel-Prekariat der Banker zinslos unter die klammen Arme – eine interessante
Variante des Sozialismus.“
Klaus Staek – Präsident der Berliner Akademie der Künste, zur
aktuellen Finanzkrise
Anmerkung: Viele schon etwas angegraute Zeitgenossen – nicht nur aus
der 68er Bewegung – werden erinnern, wie Klaus Staek sich seinerzeit todesmutig
dafür einsetzte, daß dem deutschen Arbeiter nicht seine Villa im Tessin
entrissen wurde.
140)
„Erst auf Anfrage teilte die
Staatsanwaltschaft Flensburg mit Schreiben vom 25.1.1968 unter dem Aktenzeichen
2a Js 475/68 S mit, daß das gegen Professor Spanner geführte Verfahren
eingestellt worden sei, ‚nachdem die Ermittlungen ergeben hatten, daß
seinerzeit Seife aus Menschenleichen im Anatomischen Institut der Medizinischen
Akademie in Danzig nicht hergestellt worden ist.“
„Der freie Mensch“ Heft 9/10 – 2008, S. 76 zit. Die
„Verseifungslüge“ aus „Kommentare zum Zeitgeschehen“ April 2008
Anmerkung: Das Ermittlungsverfahren geht letztendlich zurück auf den
sowjetischen Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Oberjustizrat Smirnow, der
am 19. Februar 1946 behauptet hatte, im Anatomischen Institut in Danzig sei aus
jüdischen Leichen Fett gewonnen worden. Über die Behauptung und die
Ermittlungen wurde groß und breit berichtet, von der Verfahrenseinstellung
nicht.
141)
„Daß man mit der Vergangenheit anders umgehen muß, hat man in der
ehemaligen sowjetischen Besatzungszone beim
KZ Ravensbrück erkannt. Dort ist nicht nur eine Gedenkstätte für die im
Dritten Reich dort Inhaftierten und Gestorbenen vorhanden, es gibt auch eine entsprechende Einrichtung für die
von den „Befreiern“ dort eingesperrten und
umgebrachten Menschen. Schließlich hat Rußland als einzige Siegermacht wirklich
seine Archive geöffnet, hebt die
Militärstaatsanwaltschaft fast 95 % der Urteile gegen angebliche Nazi- und Kriegsverbrecher auf, weil
sie Unrechtjustiz darstellten. Solches gibt
es aber im „Westen“ bis heute nicht. Das Vorgehen der Amerikaner in Dachau läßt
auch Zweifel an Rechtsstaatlichkeit aufkommen. Auch sollte man endlich
die ganze Wahrheit über die dort vorhandenen
Gebäude offenlegen, die erst von Kriegsgefangenen unter amerikanischer Aufsicht errichtet wurden,
deren Erbauer dann aber liquidiert wurden.
Die Rechtsstaatlichkeit der BRD hat hier ihre Nagelprobe.“
Leserbrief
von Dipl.-Ing. Reinhart Jahnke, Gärtnergasse, Lübeck an den
„Bayernkurier“
142)
„Natürlich wird der Bürger nicht nur vor Wahlen, sondern
noch häufiger zwischen den Wahlen getäuscht; am meisten durch das Verkünden von
halben Wahrheiten, manchmal auch durch blanke Lügen. Nicht jeder treibt es so
unverfroren wie die hessische SPS-Frau Andrea Ypsilanti vor der Landtagswahl
2008. ‚Niemals mit den Linken’ verkündete sie in zahllosen Veranstaltungen.
Sprach’s ... und sprang nach der Wahl in Richtung rot-grün-rotes Bett. Nur
sprang sie etwas zu kurz ... Ihre Rechtfertigung: ‚Ein Wortbruch hat viele
Facetten’. So wurde aus einem Wahlversprechen eine facettenreiche Null-Aussage.
Fazit: Weibliche Politiker sind anders – nicht besser.“
143)
„Das mit dem Lügen war
ja nur noch eine Binsenweisheit. Doch warum immer die rote Dame aus Hessen?
(...) Der größte Lügner und sein Anhang leben immer noch: Kohl, sein
Finanzminister Waigel und dessen Staatssekretär Köhler, der nun offenbar auch
Butterbrotpapier unterschreibt. Der Anschluß der Ostzone (DDR) sollte
doch ohne Steuererhöhungen stattfinden. Tatsächlich: zweimal Erhöhung der
Mehrwertsteuer, Anhebung der Versicherungssteuer etc. Darunter leidet der Staat
noch heute. Und die Medien halten brav den Mund!“
Reinhart Jahnke aus Lübeck im Müller-Vogg-Blog am 09.01.2009
144)
„Nach Berechnungen des
Landesrechnungshofes könnte die Hansestadt (Lübeck) ihre Haushaltsmisere
mit einem Schlag nahezu beseitigen. In der jüngsten Untersuchung der Lübecker
Verwaltung rieten die Finanzwächter, dass die Hansestadt die Grundstücke (an die entsprechenden Erbbauberechtigten) zu deutlich günstigeren Konditionen abgeben sollte.
Dann würde sie 390 Millionen Euro einnehmen.“
145)
„Ist die
Bundestagsabgeordnete Anke Eymer faul?“
146)
„Die tut nix!“
CDU-Funktionär Klaus Schlie über die
Lübecker CDU-Bundestagsabgeordnete Anke Eymer
Anmerkung: Es gibt da solche Stimmen, die behaupten, Anke Eymers Einsatz im Bundestag für Lübeck sei zwar minimal aber für die Interessen der Israel-Lobby und die Visionen ihrer LIONS-Clubfreunde würde sie sich „die Beine ausreißen“.
147)
„Im Ernst: Ist es nach
18 Jahren Anke Eymer Zeit für einen Wechsel?“
Lübecker Nachrichten vom 7./8. September 2008 im Sonntags-Interview mit dem Lübecker
CDU-Kreischef Frank Sauter
148)
„Der Standort Lübeck
kann bei den neuen Medien im Konzert der Großen nicht mithalten, eine schicke
Location reicht eben nicht aus.“
Dirk Gerdes –
Chef des Koordinierungsbüros Wirtschaft in Lübeck (KWL) über den Auszug der
ISNM aus den Media Docks (Lübecker Nachrichten vom 19.6.2008)
149)
„Jetzt wird schwarzer
Filz in roten umgewandelt.“
Antje Jansen – Fraktionsvorsitzende der Linkspartei in der Lübecker Bürgerschaft
(Lübecker Nachrichten vom 19.6.2008)
150)
„Zwischen
Bürgermeister (Bernd
Saxe / SPD) und Fraktionschef (Peter Reinhardt / SPD) ist das Tischtuch zerschnitten.“
151)
„Ich bin menschlich
enttäuscht von (Bürgermeister
Bernd) Saxe.“
Peter Reinhardt – Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bürgerschaft der Hansestadt
Lübeck (Lübecker Nachrichten vom 18.6.2008)
152)
„Das wichtigste Erbe
jedes Menschen ist seine genetische Konstitution, und der größte Schatz der
Menschheit ist das in Jahrmillionen vormenschlicher und menschlicher Evolution
selektierte menschliche Genom. Dieses wird durch eine Vielzahl zellulärer
Reparaturmechanismen vor den Konsequenzen ionisierender Strahlung geschützt,
aber es gibt keinen Anlass, irgendeine Strahlendosis als belanglos zu
qualifizieren. Daher kann man im Interesse künftiger Generationen nichts
Weiseres tun, als die Gesamtbelastung mit mutationsverursachenden Einflüssen so
gering wie möglich zu halten.“
Thomas Berleth –Professor für Molekulargenetik an der University of Toronto im
SPIEGEL-Leserbrief 49 / 2007 / 12
153)
„Zur Ernüchterung
empfehle ich den Anhängern des Atomglaubens den Besuch des Tschernobyl-Museums
in Kiew, das mit Original-Asservaten und Tausenden Porträtaufnahmen
verstorbener Mitglieder der Aufräumkommandos aufwartet. Ein garantiert
bedrückendes Erlebnis, das zum Nachdenken anregt!“
André Lohfink im SPIEGEL-Leserbrief 49 / 2007 / 12
154)
„Axel Filges, der
Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, hat im Namen der ‚Deutschen
Anwaltschaft’ Bundespräsident Horst Köhler gebeten, ‚das Gesetz zur Neuregelung
der Telekommunikationsüberwachung nicht auszufertigen und zu verkünden, weil
dieses Gesetz in Teilen verfassungswidrig ist’.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 20 („Bitte um Veto“)
155)
„Es geht um
Machterhalt, weniger um Machtgestaltung. Merkel ist einen langen Weg gegangen,
und sie will noch einen langen Weg gehen. Also baut sie ihre Macht aus wie ein
Basislager vor der Nordwand ...“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 35 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
156)
„Merkel ist
entschlossen, die Sozialdemokraten weiter zu Tode zu kuscheln. Weil die SPD
nach links rücke, müsse die CDU nachrücken, sagte sie ... im Kreis von
Vertrauten. Damit jedem klar war, was sie meinte, fügte die Kanzlerin hinzu:
‚Wir müssen bis zum linken Rand der Mitte gehen’.“
157)
„Das Grundgesetz sagt aber
nicht, der Regierungschef habe die Möglichkeitskompetenz. Der Bundeskanzler
bestimme ‚die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung’ – und
trägt dafür die Verantwortung, steht da.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 37 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
158)
„Die sogenannte Agenda
2010 (...) ist nur ein Anfang und enthält mitnichten alles, was Deutschland bis
2010 für einen erfolgreichen Weg braucht. Wer den Menschen etwas anderes
erzählt, führt sie an der Nase herum. Vor Deutschland liegen noch mindestens
acht bis zehn Jahre Reformen. Ich finde, dass es vorbei sein muss mit den
kleinen Lebenslügen, die wir aus Angst vor der Wahrheit mit uns herumschleppen.
Die Situation ist sehr ernst, weil vieles in Deutschland zu langsam geht.
Schröders Agenda 2010 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Vor und liegen
aber tausend Schritte.“ Hat alles Angela
Merkel gesagt, damals nach Schröders Reformcoup.
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 37 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
Anmerkung: Jeder halbwegs klardenkende Bürger fragt sich, warum diese Ex-FdJ-Sekretärin aus dem Rotary Club diese vollmundigen Verheißungen nicht tagtäglich von der Opposition im Bundestag um die Ohren gehauen bekommt. Das einzige, was sie abgeschlossen hat, ist die „Gesundheitsreform“ und das ist ein erbärmlicher Krüppel mit weiterhin steigenden Kosten für die gesetzlich Versicherten geworden.
159)
„Eine Regierung müsse
‚eine Regierung sein und keine Reagierung’, hat (Wolfgang) Schüssel einmal
gesagt. Wiedergewählt wurde er allerdings nicht.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 38 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
160)
„Sozialismus gibt’s
leider in allen Parteien.“
Wolfgang Schüssel – von 2000 bis 2007 österreichischer Bundeskanzler
(DER SPIEGEL 49 / 2007 / 38)
161)
„Angela Merkel
registriert, dass sie unter den Druck der Enttäuschten gerät. ‚Machen wir jetzt
22 Monate nichts mehr?’, entfuhr es in kleiner Runde unlängst Peter Ramsauer,
dem Chef der CSU-Landesgruppe. Die organisierten Mittelständler, immerhin 133
Kopf stark, maulen in der Unionafraktion.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 41 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
162)
„Merkels Gegner sitzen
nicht in der SPD, das hat auch die SPD erkannt, die weiter versuchen wird,
Merkel sozialdemokratisch aufzupumpen, bis es der eine oder andere in der Union
nicht mehr aushält.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 42 (Christoph Schwennicke: „Die Herrin von Schloss
Ungefähr“)
163)
„Mit Hilfe von
DNA-Tests werden in den USA alte Gerichtsurteile überprüft – mit schockierendem
Ergebnis: 208 Justizopfer mussten bereits freigelassen werden, 15 davon aus der
Todeszelle.“
DER SPIEGEL 49 / 2007 / 144 („Die Unschuldigen befreien“)
164)
„Der vergangene Woche (48. KW 2007) in Berlin verhaftete frühere georgische Verteidigungsminister Irakli
Okruaschwili, 34, hat in Deutschland Asyl beantragt. (...) Dem Ex-Minister
werden in seiner Heimat Amtsmissbrauch, Untreue und Geldwäsche vorgeworfen. Er
bestreitet dies. (...) Bürgerrechtler ... vermuten hinter den Ermittlungen (in Georgien) den Versuch des derzeitigen Staatschefs Micheil Saakaschwili, vor den
Präsidentenwahlen am 5. Januar (2008)
politische Gegner aus dem Weg zu schaffen.
Okruaschwili, früher Generalstaatsanwalt, dann Innen- und
Verteidigungsminister, war nach seiner Entlassung zur Opposition übergelaufen.
Er hatte den Staatschef der Korruption und Anstiftung zum Mord beschuldigt und
ihn sogar als ‚modernen Adolf Hitler’ bezeichnet. Nach einigen Tagen Haft
widerrief er seine Anschuldigungen.“
165)
„Wenn Sie Fleisch
kaufen, fragen Sie den Metzger wohl kaum, was sich abends in seinem Bett tut.“
Danielle Mitterand – Witwe des 1996 verstorbenen französischen
Staatspräsidenten Francois Mitterand, angesprochen auf dessen Parallelfamilie
inklusive unehelicher Tochter (DER SPIEGEL 49 / 2007 / 236)
Anmerkung: Wir vertreten nach wie vor die
antiquiert erscheinende Auffassung, daß ein Politiker – um so mehr, wenn einer
an der Staatsspitze steht – einen makelfrei integeren Charakter haben muß.
Davon kann nicht nur bei Francois Mitterand nicht die Rede sein. Er war
hinterhältig und rachsüchtig und spionierte Freund und Feind in großangelegten
Abhöraktionen aus, die man nur im Ostblock oder anderen totalitären Staaten für
möglich gehalten hätte.
166)
„Als Gymnasiast im
niedersächsischen Stade begegnete SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust ... zwei
Protagonisten der Linken, ‚konkret’-Chef Klaus Rainer Röhl und dessen Ehefrau
Ulrike Meinhof – weil Aust mit Röhls Bruder Wolfgang für die Schülerzeitung
schrieb. Danach, als ‚konkret’-Redakteur, lernte er viele kennen, die der
Studentenbewegung nahestanden, aber doch so unterschiedliche Wege gingen: Er
traf spätere RAF-Mitglieder wie Jan-carl Raspe und Horst Mahler, die Anwälte
Hans-Christian Ströbele und Otto Schily sowie Rudi Dutschke und erhielt tiefe
Einblicke ins Milieu. Seither lässt ihn die Geschichte der RAF nicht mehr los.“
DER SPIEGEL 37 / 2007 / 3 (Hausmitteilung)
Anmerkung: Dann kann Aust an sich kaum verborgen geblieben sein, daß die erste RAF-Generation an den Strippen des Mossad hing; ebenso wie übrigens die italienischen „Roten Brigaden“ mit ihrem blutigen Terror.
167)
„Es gibt viele
Anhaltspunkte dafür, dass die Todesnacht von Stammheim quasi unter staatlicher
Aufsicht stand.“
DER SPIEGEL 37 / 2007 / 55 (Stefan Aust / Helmar Büchel: „Der letzte Akt der
Rebellion“)
168)
„Das ist ja nun ein
ganz heißes Stück, eine ganz heiße Kiste. Die Probleme und Schwierigkeiten, die
es damals gegeben hat in der besagten Nacht, das waren schon ein paar größere
Dinge. Die hab ich eigentlich noch nirgendwo richtig gelesen. Und da hab ich
immer gedacht, irgendwann kommt mal einer dahinter.“
Ein leitender Kriminalbeamter aus der
Abteilung 8, dem Staatsschutz des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, der
damals direkt mit Stammheim zu tun hatte und nicht genannt werden möchte (DER
SPIEGEL 37 / 2007 / 55)
169)
„Die erste Partei,
deren Politiker den Bürgern keine falsche Sicherheit mehr vorgaukeln und
stattdessen ihre eigenen Unsicherheiten bei der Entscheidungsfindung gestehen,
würde einen Riesenerfolg haben ... sie könnte mit einem Schlag das Vertrauen in
die Politik neu begründen.“
Gerd Gigerenzer – Professor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (DER
SPIEGEL 37 / 2007 / 184)
170)
„Es gibt keinen
Gegensatz zwischen Vernunft und Bauchentscheidung, sondern sie ergänzen sich.
Logik und Intuition sind zwei Werkzeuge aus der gleichen Kiste.“
Gerd Gigerenzer – Professor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (DER
SPIEGEL 37 / 2007 / 184)
171)
„Das Herz hat seine
Gründe, die der Verstand nicht kennt.“
172)
„Eine der
aufregenderen Lektionen Gigerenzers handelt davon, dass Finanzexperten und
Börsenanalysten ihr Geld nicht wert sind und einen offensichtlich nutzlosen Job
verrichten.“
173)
„Es gibt gesicherte
Zahlen, dass die absolute Sterblichkeit von Frauen mit oder ohne (Mammografie-) Screening absolut gleich bleiben wird. Die Politiker ignorieren die
Ergebnisse und versprechen durch die Brustkrebs-Früherkennung falsche
Sicherheit.“
Gerd Gigerenzer – Professor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (DER
SPIEGEL 37 / 2007 / 185)
174)
„Bei klarem Verstand
hätte (Wolf) Biermann niemals Stalin, Ulbricht, Erich Mielke,
Markus Wolf, Honecker, Krenz, Gysi und Biski ‚in einen Topf geworfen’. Man
sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!“
Friedrich Dettmer im SPIEGEL-Leserbrief 47 / 2007 / 14
175)
„(Wolf) Biermann
irrt mehrfach. Es ging bei der Programmdebatte (Hamburger Parteitag der SPD) nicht
darum, den Demokratischen Sozialismus wieder aus irgendwelcher Mottenkiste zu
holen, sondern darum, ob man ihn aus dem SPD-Programm streichen soll, in dem er
seit 1959 steht. Es war nicht Kurt Beck, sondern die Parteibasis, die mittels
einer Antragsflut zum ‚Bremer Entwurf’ seine Beibehaltung erzwang. Der
Demokratische Sozialismus hat weder mit dem DDR-Sozialismus noch mit dem
Nationalsozialismus etwas gemein. So ist er auch kein Gesellschaftsmodell,
sondern die Vision einer gerechteren Gesellschaft, der man mittels der
Ausgestaltung der Sozialen Demokratie näherkommen will.“
Dr. Jost F. Noller – Pressesprecher SPD-Kreisverband Lörrach im
SPIEGEL-Leserbrief 47 / 2007 / 14
176)
„Ein typischer (Wolf) Biermann,
einseitig, eifernd, überheblich und arrogant, der die Sehnsucht vieler Menschen
nach einer besseren Welt verhöhnt, weil er Sozialismus und Kommunismus mit den
erlebten totalitären Erscheinungsformen gleichsetzt.“
Klaus Schepull im SPIEGEL-Leserbrief 47 / 2007 / 14
177)
„Die Amerikaner
sollten mehr Milch statt Cola trinken, dann werden sie auch wieder größer!“
Dr. Hans Martin Schmid im SPIEGEL-Leserbrief 47 / 2007 / 14
178)
„Oh, Leute! Das mit
dem ‚Nazometer’ (TV-Sendung
‚Schmidt & Pocher’) war witzig. Es war
auch geschmacklos. Aber so sind Witze mitunter. Es verharmloste nichts und
verhöhnte niemanden, zumal man allmählich ein bisschen durcheinanderkommt mit
den vielen Nazi-Vorwürfen. Eva Herman?
War doch die mit dem Mutterkram und den Autobahnen, oder? Kardinal Joachim
Meissner ist zuletzt der Begriff ‚entartet’ in eine Predigt gerutscht. Und als
Michel Friedman zuletzt für das Polit-Magazin ‚Vanity Fair’ mit dem alten
Neonazi Horst Mahler debattierte – wer war einem da am Ende peinlicher? Mal abgesehen davon, dass der reflexhafte
NS-Verharmlosungs-Vorwurf das eigentlich Verteidigte mittlerweile mehr
banalisiert und instrumentalisiert als die meisten vorangegangenen Dummheiten
oder Provokationen – gibt es in der grassierenden Empörungsinflation ein
Muster?“
DER SPIEGEL 47 / 2007 / 77 (Thomas Tuma: „Trööt-huup-blink“)
179)
„Wie schlau ein Kind
wird, hängt offenbar auch von den Kurven seiner Mutter ab.“
180)
„Das Werk und das
Leben des Leo Perutz waren nicht lückenlos miteinander in Verbindung zu
bringen. (...) Perutz wurde, so viel ist klar, 1882 in Prag geboren, floh 1938 als
Jude ins Exil nach Palästina und starb 1957 in Österreich.“
DER SPIEGEL 47 / 2007 / 181 („Das Knackmandel-Phantom“)
181)
„Gnade? Wer maßt sich
an, und gnädig sein zu wollen? (dies
bezieht sich auf den kommentierten Artikel „Es war nicht alles schlecht! Gnade
für die 68er“) Etwa die
Wohlstandsjüngelchen und -prinzesschen von heute, die paradoxerweise ihre
publizistische oder politische Existenz gerade unserem damaligen Einsatz
verdanken und jetzt ihre siebengescheiten Analysen auf unsere Kosten köcheln?
Oder die überzeugten alten Machthüter, die das Volk wieder nach Strich und
Faden belügen, betrügen und den neuen braunen Sumpf hätscheln? Wir machten uns
die Ideen der Aufrechten zu eigen, die aus der Katastrophe gelernt hatten,
zeigten Zivilcourage und hielten unsere Köpfe hin. Ein ehrlicher 68er – und das
waren die meisten – weiß auch ehrlich mit den Fehlern umzugehen, die er gemacht
hat. Dazu bedarf es nicht des Wohlwollens unredlicher, profilsüchtiger Hetzer.“
Wilhelm Weglehner – Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller im
SPIEGEL-Leserbrief 45 / 2007 10
Anmerkung: Bravo! Mitstreiter Wilhelm. Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Vielleicht noch dieses: Diese flachwichsenden Jüngelchen, die schon auf der Journalistenschule das systemerhaltende Lügen und Manipulieren erlernt haben, die werktäglich ihrem Ressortleiter oder Chefredakteur in den Arsch kriechen, sollten bloß nicht das arrogante Maul so weit aufreißen. Wir haben keine Gnade nötig, schon gar nicht von den volksverdummenden Pressbengels. Wie gefährlich wir dem System einschließlich den Verbrechern an der amerikanischen Ostküste geworden waren, zeigen doch die Schicksale von Rudi Dutschke, Petra Kelly und anderer Protagonisten der Bewegung. Und selbst mit solchen „Abweichlern“ wie Horst Mahler haben wir keine großen Probleme, auch wenn wir in Vielem anderer Meinung sind; er ist zumindest sich selbst treu geblieben, folgt seinen Erkenntnissen nach bestem Wissen und Gewissen und hat sich nicht seine Seele abkaufen lassen für ein Linsengericht oder 30 Silberlinge. Vermutlich fühlt er sich trotz nicht enden wollender Gefängnisstrafen erheblich wohler in seiner Haut als beispielsweise Otto Schily. Auch finden wir es große Klasse, daß und was Prof. Bernd Rabehl – Weggefährte von Rudi Dutschke – in der JUNGE FREIHEIT veröffentlicht; es ist auf jeden Fall hundertfach besser und wahrhaftiger als der Schmarren in den Verfassungsschutzberichten, die den wahren Gehalt des Grundgesetzes mehr mit Füßen treten, als ihn zu verteidigen.
182)
„Die 68er haben zwar
auch gewaltig Krawall gemacht, das allerdings mit größtenteils hohem Intellekt
und mit einer herausragenden Kompetenz, was wahre Konfliktkultur angeht –
daher: eine glatte Eins!“
Ulrich A. Bona im SPIEGEL-Leserbrief 45 / 2007 / 10
183)
„Ich bin heilfroh
darüber, dass es die 68er gegeben hat. Sie haben den Weg dazu bereitet, dass
meine Generation in einer liberaleren Gesellschaft aufwachsen konnte.“
Stefan Kösterke im SPIEGEL-Leserbrief 45 / 2007 / 14
184)
„Informanten in
Behörden versorgen ostdeutsche Neonazis offenbar mit heiklem Insider-Wissen.
(...) Selbst im Umfeld des Verfassungsschutzes haben die Extremisten (von der NPD) offenbar heimliche Informanten.“
DER SPIEGEL 45 / 2007 / 52 („Quellen im Apparat“)
185)
„Ich habe menschliche
Untiefen kennengelernt, wie ich es in meinem Leben nicht für möglich gehalten
hätte.“
Margrit Lichtinghagen – Staatsanwältin in Bochum und jetzt Amtsrichterin
in Essen über ihre Erfahrungen mit einigen Vorgesetzten (Kollegen) in der
Staatsanwaltschaft (DER SPIEGEL 3 / 2009 / 34)
186)
„Was zwischen (Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich) Krück und (Staatsanwältin Margrit) Lichtinghagen
stand, wäre Stoff für einen Psychiater.“
DER SPIEGEL 3 / 2009 / 32 zit. einen namentlich nicht genannten Staatsanwalt,
der beide erlebt hat
187)
„Manche sagen, das
sich nach (Manfred) Proyers Abschied (der Leitende Oberstaatsanwalt wurde Generalstaatsanwalt) Mehltau auf die Behörde (Staatsanwaltschaft Bochum) legte, das gemobbt wurde, wer sich zu sehr
reinhängte. Ein junger Staatsanwalt etwa, der 2002 für ein Jahr zur
Landesregierung ging, um in einem Sonderstab den Korruptionsskandal um die
Müllfirma Trienekens aufzurollen. Irgendwann schickte der Stab eine dicke
Strafanzeige nach Bochum, aus seiner Sicht hochbelastendes Material über einen
Müllskandal im Märkischen Kreis. Aber merkwürdig: Erst sahen die Bochumer
keinen Anfangsverdacht, später setzte die Behörde extra eine Pressekonferenz
an, um die Einstellung des Verfahrens zu verkünden. Der junge Staatsanwalt gab
bald nach seiner Rückkehr auf.“
Anmerkung: Nachfolger von Manfred Proyer als
Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Bochum wurde Bernd Schulte;
er ist Mitglied im Rotary Club, was den einsetzenden „Mehltau“ vorzüglich
erklären mag.
188)
„Wer unauffällig
arbeitet“, klagt ein resignierter Beamter, „dem geht es als Staatsanwalt gut.“
Nicht nur in Bochum. Überall im Land herrscht unter Ermittlern eine Kultur der
großen Erledigungszahl und des kleinen Aufwands.“
189)
„Doch es ging (innerhalb der Staatsanwaltschaft Bochum) eben nur so lange gut, wie niemand begann, die
Grauzone eine Grauzone zu nennen und andere wegen ihrer kleinen Geheimnisse
anzuschwärzen. Denn das war klar: Würde einer damit beginnen, Kollegen in der
Behörde das Grau anzulasten, würde kein Stein mehr auf dem anderen bleiben.“
Anmerkung: Anders als in der Staatsanwaltschaft Bochum ging es bei der Staatsanwaltschaft Lübeck nicht um eine Grauzone, sondern um organisierte Kriminalität staatsterroristischer Qualität, die vom Generalstaatsanwalt in Schleswig und vom Justizministerium in Kiel (seit dem Machtwechsel Barschel / Engholm überwiegend unter sozialdemokratischer Leitung) gedeckt wurde. Man müsste schon ein ausgewachsener Hundsfott sein, Mitglied in einer solchen Partei zu bleiben!
190) „Der größte Fehler der letzten Jahrzehnte war doch, das Leistungsprinzip als undemokratisch zu denunzieren.“
Heinz-Elmar
Tenorth –
Professor / Bildungshistoriker im SPIEGEL-GESPRÄCH 3 / 2009 / 35 („Humboldt
wird missbraucht“)
191)
„Aufstieg durch Bildung ist eine Erfindung zur Befriedigung der Massen.
Es ist eine Fiktion zu glauben, Bildung beseitige Klassengrenzen.“
Heinz-Elmar
Tenorth –
Professor / Bildungshistoriker im SPIEGEL-GESPRÄCH 3 / 2009 / 35 („Humboldt
wird missbraucht“)
192)
„Moskau halte doch nur Gas zurück, das die Ukraine andernfalls eh
geklaut hätten, beschwichtigte der russische Energieminister Sergej Schmatko
Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier. ‚Für uns ist etwas anderes entscheidend’,
konterte der: ‚nämlich dass bei uns weniger ankommt’.“
193) „Juschtschenko, der sich gern in antirussischer Rhetorik übt, hat den größten Teil seiner politischen Anhänger eingebüßt und liegt mit Premierministerin Julija Timoschenko über Kreuz. Die beiden Galionsfiguren der orange Revolution von 2004 beschimpfen sich inzwischen gegenseitig als Diebe und Verbrecher.“
194)
„Als 1999 Louise Arbour, die Chefanklägerin des Jugoslawien-Tribunals,
den einstigen serbischen Diktator (Slobodan Milosevic) öffentlich der
Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezichtigte, zuckten all die Friedensmächte
zusammen, die zur gleichen Zeit zum Schutz der Menschenrechte der Kosovaren
Bomben auf Belgrad warfen.“
DER
SPIEGEL 3 / 2009 / 96 („Ein gefährlicher Luxus“)
195)
„Nicht anders (als bei Milosevic) war es beim liberianischen
Staatspräsidenten Charles Taylor. Als das internationale Sierra-Leone-Tribunal
gegen den Mann, dessen Milizen mehr als 300.000 Tote in Liberia und Sierra
Leone auf dem Gewissen haben, Haftbefehl erließ, soll der damalige
Uno-Generalsekretär Kofi Annan einen Wutanfall bekommen haben.“
DER
SPIEGEL 3 / 2009 / 96 („Ein gefährlicher Luxus“)
196)
„Der Staat ist ein Gebilde, das fortwährend zum Scheitern, das Volk ein
solches, das ununterbrochen zur Infamie und zur Geistesschwäche verurteilt ist
... Wir sind Österreicher, wir sind apathisch; wir sind das Leben als das
gemeine Desinteresse am Leben.“ Der
Eklat war ungeheuerlich ... Sein (Thomas Bernhards) Nachruhm, auch
international, ist ungebrochen.
DER
SPIEGEL 3 / 2009 / 129 zitiert Thomas Bernhard anlässlich seiner Dankrede für die Auszeichnung
mit dem „Kleinen Österreichischen Staatspreis für Literatur“
197)
„Horst Seehofer, 59, bayerischer Ministerpräsident (und notorischer
Fremdgänger aus dem Rotary Club), fremdelt noch erkennbar mit seinen
repräsentativen Amtspflichten. Es gebe drei Dinge, die er überhaupt nicht
leiden könne, gestand er ...: Tanzen, Stehempfänge und das Anstechen von
Bierfässern.“
Anmerkung: Bei der Abneigung gegen das Tanzen kann Seehofer sich mit einem Spruch des legendären Kriminellen Al Capone aus der Affäre ziehen: „Harte Männer tanzen nicht!“ Da sich ein Stehempfang häufig als „Festival der Arschlöcher“ entpuppt, wird es ihm als gestandenem Rasierpinsel-am-Hut-Träger doch nicht schwer fallen, durch ein paar deftige Zoten die Horde der Parvenüs kurzfristig auseinander zu treiben. Das mit dem Anstechen von Bierfässern ist ganz einfach. Man muß sich bloß konzentrieren und – soweit erforderlich – den Dichtring nicht vergessen. In diesbezüglichen Stresssituationen immer an die vielen Maaskrüge denken, die man nach erfolgtem Anstich in sich hineinschütten wird. Prost!
198)
„Den Mord (an
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht) planten und befahlen einige Offiziere
der Gardekavallerieschützendivision, darunter zwei jüdischer Herkunft, Liepmann
und Grabowsky.“
Bernt Engelmann – einer
der bedeutendsten kritischen Schriftsteller der jungen Bundesrepublik
(jüdischer Abkunft)
199)
Hinter dem
Aufruf „Tötet Liebknecht!“ habe das jüdische Hauptvorstandsmitglied der
Deutschnationalen Volkspartei, Konsul Salomon Marx, gestanden, fährt (Bernt)
Engelmann fort.
David Korn in „Wer ist
wer im Judentum“, München 2003, S. 284
200)
„Kommunistenführer
Karl Liebknecht erklärte im Januar 1919
die sozialdemokratische Reichsregierung Ebert/Scheidemann für abgesetzt und
wollte mit Rosa Luxemburg die Macht in Deutschland an sich reißen. (...) Der
1871 geborene Karl Liebknecht war der Sohn des SPD-Mitbegründers Wilhelm Liebknecht
und dessen jüdischer Frau Natalia geborene Reh.“
David Korn in „Wer ist
wer im Judentum“, München 2003, S. 284
201)
„Rosa Luxemburg
war nach amtlichen Angaben 1870, nach ihrer eigenen Behauptung 1871 in Zamosc
im damaligen Russisch-Polen geboren worden. Sie entstammte einer zu Reichtum
gelangten jüdischen Händlerfamilie. Der ebenfalls jüdische (Leo)
Jogiches führte sie nicht nur in den Marxismus ein, sondern wurde auch ihr
intimer Freund.“
David Korn in „Wer ist
wer im Judentum“, München 2003, S. 301
202)
„Damals wurde
Uwe Barschel vom SPIEGEL politisch vernichtet, und heute wird auch noch sein
Andenken beschädigt. Es sollte eher im Vordergrund stehen, dass Barschel im
zweiten Untersuchungsausschuss des Kieler Landtags von allen Anschuldigungen
freigesprochen wurde.“
Holger Alisch im
SPIEGEL-Leserbrief 42 / 2007 / 8
Anmerkung: Die Zustände unter Stoltenberg und Barschel waren unter politischer und juristischer Sicht unerträglich, hatten allerdings den Vorteil, daß man wusste, woran man war. Auch wenn man es kaum für möglich gehalten hatte, waren die Zustände unter Engholm und Simonis noch schlimmer und verschärfend kam hinzu, daß man auch nicht mehr wusste, woran man war. DER SPIEGEL hat sich in der gesamten Causa Barschel weiß Gott nicht mit Ruhm bekleckert und wir warten immer noch auf das „mea culpa, mea maxima culpa“.
203)
„Schon ab Mai (1987)
kursieren in der SPD erste Gerüchte über schmutzige Tricks im Wahlkampf. Ab
Mitte Juli nimmt (Björn) Engholm Nachforschungen über die Steueranzeige (vom
26.1.1987) und die Observation auf. Er ruft den inzwischen pensionierten
Kriminaldirektor Schulz in Lübeck an und fragt ihn nach der Bespitzelung. Knapp
zehn Tage später beauftragt er (Klaus) Nilius, die Vorgänge näher zu
ermitteln. Am Sonntag, dem 2. August, ruft Engholm den Leiter des Lübecker
Finanzamtes (Dr. Hans Henning Förster) zu Hause an, um sich nach der
anonymen Steueranzeige zu erkundigen.
Wieso fragt der SPD-Kandidat gerade jetzt intensiv nach, was es mit
alldem auf sich hat? Weil er erst in jenen Tagen Hinweise auf beide Vorgänge
erhalten habe, sagt Engholm heute: zum Beispiel von einer Nachbarin, die Leute
vor seinem Haus beobachtete, und auch vom Finanzstaatssekretär Carl Hermann
Schleifer, der ihn über die Anzeige informiert habe. Schleifer wiederum sagt heute, Engholm habe
ihn auf die Anzeige angesprochen, nicht umgekehrt.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 55
204)
„Das grausame
Feminat. Bei der Roten Armee Fraktion und ihrer ‚Offensive 77’ spielten Frauen die
Hauptrollen.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 106
205)
„Zwei weitere
frühere (georgische) Minister (außer Irakli Okruaschwili) bekräftigen
die Kritik am autoritären Regime des Präsidenten (Micheil Saakaschwili).
Ex-Außenministerin Salome Surabischwili mahnt: ‚Das Land ist nicht mehr auf dem
demokratischen Weg, die Furcht ist nach Georgien zurückgekehrt.’ Ex-Minister
Georgij Chaindrawa wirft Saakaschwili vor, er habe ein ‚Banditen-Regime’
errichtet und sei ‚selbst ein Bandit’.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 128
206)
„Er (der
schweizerische ‚Volkstribun’ Christoph Blocher) ... erinnert sich an
früher, an seinen Kampf 1992 gegen den Beitritt zum Europäischen
Wirtschaftsraum. Immer noch benutzt er das Wort von damals: ‚Kolonialvertrag’.
Er habe ‚gekämpft wie ein Löwe’, sagt er, und das Volk überzeugt. Zu 50,3
Prozent haben die Schweizerinnen und Schweizer damals mit Nein gestimmt, es war
eine Entscheidung, die das Land auf Jahre und Jahrzehnte von der EU fernhalten
würde. (...) Den Wahlen hätte er eigentlich gelassen entgegensehen können ...
Stattdessen schlug seine Partei (die Schweizerische Volkspartei SVP) plötzlich
Alarm, schaltete Ende August (2007) im ganzen Land Anzeigen, in denen
behauptet wurde, es existiere ein ‚Geheimplan’ zur Abwahl Blochers. (...) Die
Blocher-treue ‚Weltwoche’ titelte: ‚Putsch gegen Blocher’. Auch Blocher glaubt an eine solche
Verschwörung ... ‚Das sind die Methoden eines totalitären Staates’, ruft er.
Die Leute applaudieren. Er sieht sich als Opfer finsterer Mächte.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 131 ff („Ende der Kompromisse“)
Anmerkung: Es gehört nun wirklich nicht viel Phantasie dazu, um letztendlich hinter der Kampagne und der politischen Kaltstellung von Christoph Blocher die Loge auszumachen. Pfui, schämt euch und tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe!
207)
„Ihre (Carla
Del Ponte) ehemalige Sprecherin Florence Hartman behauptet in einem neuen
Buch, das (Jugoslawien-) Tribunal sei gegründet worden, um nicht zu
funktionieren, und sei permanent von den USA, Großbritannien und Frankreich
behindert worden. Amerikanische Diplomaten sollen ihnen gedroht, die EU
monatelang alle Gespräche mit Ihnen eingefroren haben.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 138 im
Gespräch mit der Chefanklägerin beim Jugoslawien-Tribunal der Uno, Carla Del
Ponte
Anmerkung: Was kann man von den Freimaurern an Potomac, Themse und Seine anderes erwarten als Rechtsbruch und Verhinderung der Aufklärung ihrer eigenen Schandtaten.
208)
„Viele
Prozessbeobachter glauben, das Verfahren gegen Milosevic sei vor allem deshalb
nicht abgeschlossen worden, weil Sie (Carla Del Ponte) es mit zu vielen
Anklagepunkten überfrachtet hätten. Manche glauben sogar, er wäre
freigesprochen worden.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 140
209)
„Nach (Bernd)
Schottdorfs Diagnose werde die ‚Substanz unseres Gesundheitssystems’ einem
‚unumkehrbaren Abbau preisgegeben’. Die Schuldigen sind rasch ausgemacht:
erstens die Gesundheitsminister seit 1961, von denen niemand jemals beruflich
irgendetwas mit der Heilkunst zu schaffen gehabt habe. Dazu kommen ärztliche Standespolitiker
in diversen Mauschelgremien, die ihre finanziellen Pfründen verteidigten. Um
diese Koalition herum verdienten vor allem Pharmaindustrie und die Apotheker
viele Milliarden an den Zwangsbeiträgen der Versicherten. Schottdorf ...
schlägt rabiate Therapien vor, etwa die Aufhebung der Zunftstruktur der
Apotheken. Medikamente gäbe es dann für einen Bruchteil der heutigen
Festpreise. Ersparnis für Patienten und Kassen laut Schottdorf: gut 20
Milliarden Euro pro Jahr.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 150 („Zorn
gegen die Medizin“)
Anmerkung: Sollten es sich dabei etwa um die 17 bis 20 Milliarden Euro handeln, die der Gesundheitsökonom Professor Lauterbach einsparen wollte, wofür er von seiner SPD-Fraktionsführung im Deutschen Bundestag einen Maulkorb umgehängt bekam? Da es unter den Apothekern und den Machern der Pharmaindustrie kaum SPD-Wähler geben dürfte, liegt der ungeheuerliche Verdacht nahe, eine zumindest nicht unbedeutende Zahl von Sozis könne sich bei der Pharma-Lobby prostituieren.
210)
„Spektakulärer
und verhängnisvoller konnte die Justiz nicht hineinfunken in den
Literaturbetrieb als mit diesem Urteil: Maxim Billers Roman ‚Esra’ bleibt
verboten. (...) In Minderheitsvoten sprachen sich drei der acht Richter gegen
den Eingriff in die gestalterische Kunstfreiheit aus: Kunst, so argumentieren
sie, lebe nun einmal von Anlehnungen an die Wirklichkeit und stehe immer in
Gefahr, dass sich Personen wiedererkennen, müsse also einen kunstspezifischen
Schutzraum beanspruchen können.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 179
211)
„Auch nach mehr
als 25 Jahren kann ich mich nicht mit der deutschen Kultur anfreunden.“
Maxim Biller
Anmerkung: Maxim Biller wurde 1960 in Prag geboren und lebt seit 1970 in München.
212)
„Ich bin ein
jüdischer Schriftsteller.“
Maxim Biller
213)
„Für mich
gibt’s nur schlechte deutsch-jüdische Literatur vor dem Zweiten Weltkrieg.
Feuchtwanger, Schnitzler – find ich alle schrecklich, weil sie sich zu sehr
assimiliert haben. Diese Leute waren alle nicht bei sich selbst.“
Maxim Biller
214)
„Die Deutsche
Bank besitzt mit über 50.000 Werken eine der größten Firmen-Kunstsammlungen der
Welt.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 179
215)
„Sehr viel
später (nach der Trennung von Doris Lessing) wurde mein (Gregor
Gysis) Onkel als Botschafter der DDR in Uganda bei Unruhen ermordet.“
Gregor Gysi in „Ein
rührendes Angebot“ (DER SPIEGEL 42 / 2007 / 186)
216)
„Erst kürzlich
hat (Jutta) Limbach (Präsidentin des Goethe-Instituts) sich
wieder besorgt über die Gefährdung der deutschen Sprache geäußert. In vielen
Vierteln unserer Großstädte, so meint sie, nehme die Zahl der Jugendlichen mit
Migrationshintergrund zu, die weder das Hochdeutsche noch die Sprache ihrer
Eltern, etwa das Türkische, korrekt beherrschten. Mit dem Ergebnis, dass aus
lauter Unbeholfenheit nur noch in Infinitiven geredet werde.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 197
217)
„Auch
linguistischer Einwanderung kann Integration gelingen.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 197
218)
„Die
Architektur der Moderne sei ‚völlig ausdruckslos’, sagte der japanische
Architekt (Kisho Kurokawa) einmal – eine erstaunliche Aussage für einen
Angehörigen jener Generation Baumeister, die in den sechziger Jahren angefangen
hat, ihre ersten Gebäude zu errichten. Er verachtete die nüchternen Kisten, die
in dieser Zeit überall auf der Welt entstanden sind, und wollte ... die
Beziehung zwischen Mensch und Natur sichtbar machen.“
DER SPIEGEL 42 / 2007 / 202 (Nachruf)
219)
„Ich bin daran
schuld, dass Edmund Stoiber nicht Kanzler wurde, denn hätte er meine 0,8
Prozent Stimmen bekommen, wären diesem Land drei weitere quakvolle Jahre
Rot-Grün erspart geblieben. So gesehen bin ich auch schuld an Angela Merkel und
ihrer Koalition des Stillstands.“
Ronald Barnabas Schill –
frühpensionierter Amtsrichter, Ex-Innensenator der Hansestadt Hamburg und
Geliebter der Ex-Frau von Udo Jürgens (DER SPIEGEL 43 / 2007 / 92)
220)
„Ein Richter am
Bundesgerichtshof erklärt der Energiebranche auf Seminaren, was bei
Tariferhöhungen beachtet werden muss – eine fragwürdige Nebenbeschäftigung.
(...) Ob er so einen Auftritt nicht bedenklich finde? Eine Befangenheit, lässt
Wolfgang Ball ausrichten, könne er bei der Sache nicht erkennen. Beschränkungen
für Auftritte von Bundesrichtern bei Veranstaltungen seien ihm nicht bekannt,
so Ball, solche Auftritte seien zudem ‚nicht ungewöhnlich’. Vielleicht denkt Ball dabei an seinen
Richterkollegen Gerd Nobbe, der vor Bankenvertretern referierte – und deshalb
schon von Rechtsanwälten als befangen abgelehnt wurde; vielleicht auch an
seinen ehemaligen BGH-Kollegen Erhard Bungeroth, der das Verbraucherkreditgesetz
als ‚Ölverschmutzung des Privatrechts’ bezeichnet hat und der der ‚legislativen
Hydra der Verbraucherschutzes’ am liebsten ‚einige Köpfe abschlagen’
würde. Ball jedenfalls wird
weitertingeln.“
DER SPIEGEL 43 / 2007 / 102 (Nils
Klawitter: „Zeuge der Angeklagten“)
Anmerkung: Dr. Egon Schneider, weiland Richter am Oberlandesgericht Köln und Nestor der Relationstechnik und des Zivilprozessrechts hat sinngemäß geäußert, Gerd Nobbe (Vorsitzender des sog. Bankensenats) habe den Ruf des Bundesgerichtshofs für Jahrzehnte ruiniert. Da wird man ihm wohl recht geben müssen. Der BGH-Präsident soll allerdings zwischenzeitlich Vieraugengespräche geführt haben, um solchen Anschein von Interessenkollisionen zukünftig zu vermeiden.
221)
„Angst und
Unsicherheit trieb die Kommunisten (in China) auf ihrem pompösen 17.
Parteitag um, so dass sie, statistisch gesehen, jedem der 2213 Delegierten 492
Beschützer an die Seite stellten: Soldaten, Polizisten und zivile Helfer. Diese
Zahl hat der Pekinger Bürgerrechtler Hu Jia errechnet. So wurde die Armee rund
um die Hauptstadt in Kampfbereitschaft versetzt, 820.000 Freiwillige wurden als
Wachleute mobilisiert ...“
DER SPIEGEL 43 / 2007 / 155
222)
„Lagos ist die
Hölle, dampfender Müll, montags bis samstags, sechs Tage die Woche. Es ist ein
Leben ohne Richtung, ein steter Kampf ohne Fronten, es gibt keine Freunde, nur
Feinde. An jeder Ecke ist Stau, und wenn
es Staus gibt, gibt es auch Überfälle, und die Straße wird zur Falle, auf der
geschossen wird, geprügelt, geraubt. Sogar Polizisten überfallen und plündern
in dieser Stadt. 15 Millionen Menschen, jeder gegen jeden, die brutalste
Megastadt der Welt.“
DER SPIEGEL 43 / 2007 / 174
223)
„(Peter) Akinola,
der denkt, dass seine Kirche von Satan besessen sei, seitdem sie in den USA
einen homosexuellen Priester zum Bischof ernannt hat, ist der mächtigste
Erzbischof der anglikanischen Kirche in Afrika. (...) 45 Millionen der 77
Millionen Kirchenmitglieder hören auf ihn, und in der Weltgemeinschaft der
Anglikaner kommt niemand mehr an ihm vorbei.“
DER SPIEGEL 43 / 2007 / 178
224)
„Reaktionäre
und revolutionäre Standpunkte können sich bekanntlich berühren. Georg Büchner
hat geschrieben, wenn das einzige Ergebnis der Revolution der Sieg der
‚Geldaristokratie’ sei, dann solle lieber alles so bleiben, wie es war.“
Martin Mosebach –
Büchner-Preisträger des Jahres 2007 im SPIEGEL-GESPRÄCH 43 / 2007 / 198
225)
„Der Mensch ist
frei geboren und liegt doch überall in Ketten.“
Jean-Jacques Rousseau
226)
„Deutschland
ist die wahre DDR“
DER SPIEGEL 43 / 2007 / 242 zitiert
im „Hohlspiegel“ eine Überschrift aus den „Schleswiger Nachrichten“
227)
„Je geringer
die Zahl der Selbstständigen und je typischer für unsere Zeit der Großbetrieb
und die Massenorganisation wird, um so mehr büßt die Marktwirtschaft ihre
Vorteile gegenüber dem Kollektivismus ein, um so bedenklicher wird in ihr das
Geflecht der menschlichen Beziehungen, und zwar durch die Konzentration, die
sich innerhalb der Marktwirtschaft vollzieht.“
Wilhelm Röpke – ein enger
Weggefährte Ludwig Erhards (P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 4)
228)
„Autoland ist
abgebrannt. Der Absatz ist eingebrochen, Massenentlassungen sind angekündigt.
Wie das passieren konnte? Weil die Chefpiloten der deutschen Automobilindustrie
so lange in selbstverliebter Augenwischerei schwelgten, bis sie ihre gesamte
Branche mit Vollgas gegen die Wand gefahren hatten.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 4
229)
„Mitte der 90er
Jahre drängte der US-Kongress Fanny Freddy, Hypothekenkredite mit Null statt
der üblichen 20 Prozent Anzahlung auszugeben. Er drängte die beiden ‚Großen’
dazu, anderen Banken vermehrt notleidende Immobilienkredite von Ärmeren,
einkommensschwachen Kreditnehmern abzukaufen. Bereits 1996 wurden 42 Prozent
solcher Kredite angekauft. Damit entstand der berüchtigte Subprime-Sektor.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 6 („Alles
schon vergessen?“)
230)
„Mit dem
Community-Reinvestment-Gesetz setzten sich sozialistische Visionen endgültig im
Mutterland des Kapitalismus durch. Die US-Banken wurden gezwungen, Ärmere bei
Kreditzusagen nicht zu ‚diskriminieren’. Die Federal Reserve, die
US-Zentralbank, begleitete das durch eine beispiellose Niedrigzinspolitik bis
zum Tiefstand von 1,0 Prozent Mitte 2003. Die natürliche Folge dieser
Staatsdoktrin war das Explodieren der Kreditvolumina.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 6 („Alles
schon vergessen?“)
231)
„Als oberster
Weltwährungshüter verantwortet Greenspan ein in der Geschichte beispielloses
Finanztheater zu Lasten Dritter. Unter seiner FED-Präsidentschaft 1987-2006
wurde doppelt so viel Geld gedruckt wie in 200 Jahren zuvor. Diese politisch
gewollte Inflation betrügt mit jedem neu gedruckten Dollar die Gläubiger in der
Welt, denn deren Forderung wird immer wertloser.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 7 („Alles
schon vergessen?“)
232)
„Greenspan gilt
bis heute (völlig unverständlicherweise) als Guru (angemessener
erscheint die Bezeichnung als Finanzterrorist). (...) Sein Nachfolger Ben
Bernanke (auch Jude) ist ihm absolut ebenbürtig. Er trägt den Spitznamen
Helicopter-Ben. Wollte er doch tatsächlich im Falle einer Deflation frisch
gedruckte Dollars mit Hubschraubern über der Bevölkerung abwerfen lassen.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 7 („Alles
schon vergessen?“)
233)
„Fast zwei
Jahrzehnte nach dem Mauerfall, der großen Wende, nach dem Abfall der
Sowjetunion und ihrer Vasallenstaaten vom kommunistischen Glauben, scheint sich
die Ideologie eines nun demokratisch gewandeten Sozialismus in Deutschland neu
zu etablieren.“
Prof. Dr. Peter Sloterdijk –
Philosoph und Schriftsteller im Frühjahr 2008 (P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 9)
234)
„Intrigen,
Strebertum, Angeberei, Missgunst, Schweifwedeln, Neid, Eifersucht und alle
anderen Kontaktgifte werden, wie tausendfache Erfahrung beweist, zu Plagen, die
sich in allen Organisationen und Großbetrieben ansiedeln. Neurotiker können
jetzt das Leben von Hunderten, ja von Tausenden zur Hölle machen, und zu allem
Unglück ist die Chance, dass just Neurotiker mit ihrem Geltungsdrang und ihrer
Geschäftigkeit nach oben gelangen und Herrschaftsstellungen erlangen,
überdurchschnittlich groß.“
Wilhelm Röpke – ein enger
Weggefährte Ludwig Erhards (P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 10)
235)
„Die Verlage
sind juristisch verantwortlich für die Verlautbarungen ihrer Redakteure.
Gleiches muss auch für die Portalbetreiber gelten.“
Udo Nadolski – Chef des
Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash (P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 14)
236)
„ ... der Fall
Eva Herman hat wohl zumindest gezeigt, dass Feigheit nicht Anonymität bedingt
und die deutschen Massenmedien bestimmte ‚unterschiedliche Meinungen und
Positionen’ eben nicht ertragen können.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 15 („Angst
vor Freiheit“)
237)
„Wie ‚offen’
unsere Gesellschaft also ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Der Chaos
Computer Club, der sich grenzüberschreitend für Informations- und
Kommunikationsfreiheit einsetzt, fährt jedenfalls eine ganze Armada schwerer
Geschütze auf, um ernsthaft daran zu zweifeln:
‚...biometrische Vollerfassung, Vorratsdatenspeicherung, automatische
Kennzeichenerfassung, das absehbare elektronische Gesundheitskartendesaster,
BKA-Gesetz-Allmachtsträume, Fluggastdatenspeicherung, lebenslange
Steueridentifikationsnummer, Kontenevidenzzentrale, Videoüberwachung, Meldedatenverkauf,
GPS-Wanzen, Bundes- und Bayerntrojaner, Bundeswehrspähpanzer- und
Tornadoeinsatz im Innern, Telefon- und Internetüberwachung, Quellen-TKÜ, Großer
Lauschangriff, Jobcard, § 129a-Missbrauch und Schäubles neues
Bundesüberwachungshauptamt’.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 15 („Angst
vor Freiheit“)
238)
„Während sich
die Stadt Langenfeld im Rheinland schuldenfrei sparte, verschleuderten Kommunen
in ganz Deutschland ihr Tafelsilber in Cross-Border-Leasingverträgen.“
P.T. MAGAZIN 1 / 2009 / 38
239)
„Es dürfte am
Oxytocin liegen, dass sich selbst der schlimmste Beziehungsstress oftmals nach
einem erfolgreichen Schäferstündchen wieder abkühlt.“
Richard Ivell – Professor
am Institut für Hormonforschung der Universität Melbourne (P.T. MAGAZIN 1 /
2009 / 62 - „Die Jagd nach dem
Orgasmus-Hormon“)
240)
„Bis zum 19.
Oktober (2007) konnten sich in Nordrhein-Westfalen Landesbedienstete
melden, die aus dem Öffentlichen Dienst ausscheiden wollen. (...) Kaum war das
Angebot bekannt, brachen die Service-Telefonnummern zusammen, einige
zehntausend wollen den Dienst so schnell wie möglich beenden.“
DER SPIEGEL 44 / 2007 / 21 („Vergoldetes
Tschüs“)
241)
„Berlin,
November 1932, zwei Tage vor der Reichstagswahl. Hunderte Nationalsozialisten
und Kommunisten marschieren an der Schöneberger Hauptstraße auf. Aber anstatt
aufeinander loszugehen, unterstützen sie Seite an Seite einen wilden Streik bei
der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG). (...) So wie in Schöneberg greifen an
diesem Freitag in vielen Teilen Berlins Aktivisten von NSDAP und KPD gemeinsam
die Polizei an, die Streikbrecher zu schützen versucht. Der sogenannte rote
Freitag markiert den blutigen Höhepunkt des fünf Tage dauernden Ausstands, bei
dem vier Menschen sterben. (...) ... organisiert hatten den Ausstand die Arbeiterorganisationen
von KPD und NSDAP. Dahinter zogen Walter Ulbricht, der KPD-Chef Berlins und
spätere DDR-Gründer, sowie Joseph Goebbels, der Berliner Gauleiter der NSDAP,
die Strippen.“
DER SPIEGEL 44 / 2007 / 44 („Nazis
und Kozis“)
Anmerkung: Die ausführliche zeitgeschichtliche Aufarbeitung dieser Zusammenarbeit der Totengräber der Weimarer Republik findet der interessierte Leser bei Klaus Rainer Röhl in „Nähe zum Gegner. Kommunisten und Nationalisten im Berliner BVG-Streik von 1932“.
242)
„Die 68er“ gab es schon 1968 nicht, und in den Jahrzehnten danach
gab es sie - als geschlossene Bewegung -
immer weniger; sie waren eine heterogene Masse mit unterschiedlichen Auffassungen: gleichzeitig
gewaltfrei, gewaltbereit; pazifistisch, bellizistisch; marktgläubig, plangläubig; autoritär, antiautoritär; chauvinistisch, feministisch; maoistisch, trotzkistisch, stalinistisch, spontaneistisch,
sozialdemokratisch, liberal; gläubig,
ungläubig; antikommunistisch, prokommunistisch; karrieregeil, hedonistisch;
kinderfeindlich, kinderfreundlich; bürgerlich,
kleinbürgerlich, antibürgerlich; konsumfixiert, konsumfeindlich; staatsgläubig, anarchistisch; sie waren alles und nichts,
und das gleichzeitig. Sie waren stark darin, zusammen die richtigen Fragen zu stellen an eine kriselnde
Gesellschaft; aber in den Antworten auf diese Fragen kamen sie zu widersprüchlichen Antworten. Erst im Rückblick wurden sie zu einer
einheitlichen Bewegung.
DER SPIEGEL 44 / 2007 / 75 („Bürgerlich bis in die
Knochen“)
243)
„ ... der Industriekapitalismus hat die Großfamilie zerstört, und jetzt
steht ernsthaft die Frage, ob der Turbokapitalismus die Kleinfamilien
kleinkriegt.“
Journalistin Tissy Bruns in
einer SPIEGEL-Diskussion 44 / 2007 / 82
Anmerkung: Neben der Zerstörung
der Kleinfamilie steht u.a. auch noch die Beseitigung des Mittelstandes bei
JENEN auf der Agenda. Alles richtige Analysen; nur man fragt sich, warum kaum
einer der Sache letztendlich auf den Grund geht und sich auf die Suche nach den
Stichwortgebern dieser ja nicht vom Himmel fallenden Entwicklungen begibt. Die
wenigen, die dies auf sich nehmen, werden allerdings ganz schnell als
Verschwörungstheoretiker, Spinner, Rechtsradikale, Paranoiker usw. denunziert
und das schreckt natürlich nicht nur die Wissenschaftler des „seriösen“
Universitätsbetriebs ab. Vielleicht ist ja auch die Kultivierung des Streits
zwischen „Linken“ und „Rechten“ (mal ganz abgesehen von der weitgehenden
Inhaltslosigkeit bzw. Verschwommenheit dieser Schablonen) nur ein Trick JENER,
um von ihren aus dem Hintergrund gesteuerten fiesen Machenschaften abzulenken,
nach dem altbewährten Motto „teile und herrsche“.
244)
„Das Oberlandesgericht Dresden rüffelte ... das Amtsgericht Chemnitz,
weil es die Telefonverbindungen von Handy und Festanschluss eines Journalisten
der ‚Dresdner Morgenpost’ überprüfen ließ. Grund der Staatsaktion: Man wollte
herausfinden, wer dem Reporter den Termin einer Hausdurchsuchung beim früheren
sächsischen Wirtschaftsminister Kajo Schommer verraten hatte. Der war am
nächsten Tag in der Zeitung zu sehen, im Pyjama.“
DER SPIEGEL 44 / 2007 / 132 („Loch in der
Pressefreiheit“)
Anmerkung: Bei Zumwinkel hat
ja auch ein noch Unbekannter gepetzt. So etwas darf nicht passieren, was
allerdings keinesfalls derartige Eingriffe in den journalistischen Bereich
rechtfertigt. Gleichgültig ob vorläufige Festnahme oder Durchsuchung, es gilt
die Unschuldsvermutung und wenn dabei dann ein Übertragungswagen eines
Fernsehsenders auf der Lauer liegt, gibt es eine in aller Regel nicht wieder
gut zu machende (mediale) Vorverurteilung.
245)
„Nicht Schusswechsel, sondern Wortwechsel entscheiden das Schicksal der
USA. Davon ist (Robert) Redford überzeugt.“
246)
„Ich bin mit den demokratischen Werten meines Landes (USA) aufgewachsen,
der Redefreiheit, der Pressefreiheit. Auf ihnen beruht unsere Stärke, auf sie
gründet sich unsere Leitbildfunktion. Wenn ich sehe, wie unsere Regierung sie
in den vergangenen sechs Jahren heruntergewirtschaftet hat, nehme ich das
persönlich.“
Robert Redford im SPIEGEL-FORUM 44 / 2007 /
194
247)
„Einige Politiker und Journalisten haben ihren Job nach dem 11.
September ehrlich und gewissenhaft gemacht, die Mehrheit aber nicht. So konnte
die Regierung mit ihrer Strategie davonkommen, auf die Angst zu setzen. Dabei
waren wir doch schon ängstlich genug.“
Robert Redford im SPIEGEL-FORUM 44 / 2007 /
194
248)
„ ... wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass man die
Errungenschaften, die im Westen selbst Jahrhunderte gebraucht haben, um sich
durchzusetzen, anderen (z.B. Irak und Afghanistan) im Handumdrehen und
mitmilitärischer Gewalt oktroyieren könnte.“
Heinrich August Winkler – Historiker im
SPIEGEL-FORUM 44 / 2007 / 196
249)
„Sie (die Mitglieder der US-Regierung) waren unfähig und wenn
man sie beim Lügen erwischte, haben sie einfach das Thema gewechselt.“
Robert Redford im SPIEGEL-FORUM 44 / 2007 /
196
250)
„Früher galt das Lügen in meinem Land (USA) als Schande. Unsere
jetzigen Führer tun so, als wäre es eine politische Tugend.“
Robert Redford im SPIEGEL-FORUM 44 / 2007 /
196
251)
„Der dringende Verdacht ist, die RAF-Terroristen wurden
‚geselbstmordet’, denn ihr mehrfach angekündigter Suizid erschien manchen
Verantwortlichen in der Justiz und Politik fälschlicherweise als die
eleganteste Lösung.“
Alf Tondern im SPIEGEL-Leserbrief 38 /
2007 10
Anmerkung: Die vollständige
wahre Geschichte über die RAF ist immer noch nicht geschrieben. Dazu gehört
u.a. das im „Arbeiterkampf“ veröffentlichte Bekenntnis, durch den israelischen
Geheimdienst „Mossad“ geführt worden zu sein und die gleichartige
Komplizenschaft in Italien. Dazu gehört das Eingeständnis der Manipulationen
durch den Mediziner, der die Toten von Stammheim obduzierte. Dazu gehörte die
Ermordung von Wolfgang Grams und diverser anderer RAF-Mitglieder, die man nicht
vor Gericht hätte ertragen können und die zum Schweigen gebracht wurden. Dazu
gehören die ungeheuerlichen Vorgänge um Gerhard Müller, die geheimgehaltene
Hamburger Strafakte und Bubacks Befürchtung, seinen Abschied nehmen zu müssen.
Es gab zwar eine Art „Kronzeugenregelung“ als bizarrer Sündenfall des deutschen
Strafprozessrechts, aber dadurch gab es keinen Freibrief für einen
Polizistenmörder!
252)
„Nein, unser Staat war wegen der durchgeknallten Bande (RAF) nie
in Gefahr. Aber offenkundig war die baden-württembergische Justiz und Polizei
völlig von der Rolle. Dieses Gemisch aus Angst, Inkompetenz und schierer
Dummheit eröffnete das erste Terroristencamp auf bundesdeutschem Boden.“
Hendrik Tongers im SPIEGEL-Leserbrief 38 /
2007 / 19
253)
„ ... es ist ... höchste Zeit, dass wir aufwachen. Die Privatsphäre ist
ja gleich von mehreren Seiten bedroht: durch staatliche Kontrollen, aber auch
wirtschaftliche Interessen und technologische Entwicklungen. Und wir sind
dabei, uns an immer umfassendere Kontrolle und Überwachung zu gewöhnen. (...)
Die Privatsphäre ist unverzichtbare Voraussetzung einer freien Meinungsbildung
und damit einer freien Gesellschaft – totalitäre Systeme haben stets versucht,
sowohl die öffentliche als auch die private Sphäre vollständig zu
kontrollieren.“
Peter Schaar – Bundesbeauftragter für den
Datenschutz und die Informationsfreiheit (DER SPIEGEL 38 / 2007 / 22)
254)
„Ich bin kein Freund von Hedgefonds. (...) Bei Übernahmen durch
Hedgefonds kommt es immer wieder zu Zerschlagungen von Unternehmen, die mit dem
Verkauf oder der Schließung von Unternehmensteilen enden, alles im Namen einer
noch höheren Rendite. Anschließend stellt sich dann heraus, dass einst
wettbewerbsfähige Unternehmen ruiniert und Arbeitsplätze mutwillig vernichtet
wurden.“
EU-Kommissar Günter
Verheugen im SPIEGEL-INTERVIEW 33 / 2007 / 50 f
255)
„Norbert Schmid. Am 22. Oktober 1971 wollte der 32-jährige Zivilfahnder
in Hamburg die ihm verdächtige Ulrike Meinhof stellen und wurde von dem sie
absichernden RAF-Mann Gerhard Müller erschossen. Müller wurde als Kronzeuge
dafür nicht verurteilt.“
256)
„Herkunft schlägt Leistung“, analysierte (Michael) Hartmann,
nachdem er vor fünf Jahren die Lebensläufe von 6500 promovierten Juristen,
Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren untersucht hatte. Die Chancen,
einen Spitzenjob in der Wirtschaft zu ergattern, waren demnach für Angehörige
gehobener Schichten etwa achtmal größer als die von Arbeiterkindern mit
vergleichbaren Noten und Qualifikationen. (...) Während Nobelpreisträger
offenbar aus allen Schichten kommen, werden die einflussreichen
Funktionärsposten auch im Wissenschaftsbetrieb nicht zwingend an die besten
vergeben, sondern zumeist an Sprösslinge aus gutem Hause.
Anmerkung: Das sind
natürlich offenkundig antidemokratische, vorkonstitutionelle Zustände. Selbst
das mit elitärem Bewusstsein und Standesdünkel überfrachtete preußisch-deutsche
Offizierskorps mußte irgendwann einmal, spätestens während der „Blutpumpen“ des
Ersten Weltkriegs, darauf verzichten, ihren Nachwuchs nur aus dem Adel zu
rekrutieren. Interessant wäre auch noch eine weitere Untersuchung, wie häufig
das Karrieresprungbrett außerhalb der Qualifikation in der Protektion durch
eine studentische Korporation (Alte Herren von Burschenschaft, Landsmannschaft
oder Korps) oder Club (Rotary, Lions, Kiwanis nebst Round Table und anderer
Nachwuchsorganisationen) bestand. Aufschlussreich wären dabei auch
Überschneidungen bzw. Abweichungen von einer großbürgerlichen Herkunft. Im
öffentlichen Dienst überragt wahrscheinlich nach wie vor das Parteibuch einer
„staatstragenden Partei“ alle anderen Kriterien neben gewisser Mindeststandards
bei den Leistungsnachweisen.
257)
„Im Sommer 2005 verfasste (Dr. Holger Bertrand) Flöttmann (Facharzt
für Neurologie und Psychiatrie, Leiter des Wilhelm-Griesinger-Instituts in
Kiel) einen ‚FAZ’-Artikel mit der Überschrift ‚Der Wunsch nach einem Kind’,
es ging ihm um die wahren Gründe für die Kinderarmut in Deutschland. Er fand
die überentwickelten Verstandesapparate von Karrierefrauen (...), er stieß auf
‚feministische Fehlsteuerung’, beklagte die ‚Selbstabwertung’ des deutschen
Nationalgefühls und schimpfte auf ‚die Sozialversteher, die antiautoritären
Achtundsechziger, die Grünen, die Feministen’.“
258)
„Der Narzissmus ist die Leitneurose der Gegenwart, so wie es zu Zeiten
Sigmund Freuds die Hysterie war.“
Gerhard Dammann – Chefarzt der
Psychiatrischen Klinik Münsterlingen/Schweiz (DER SPIEGEL 38 / 2007 / 175)
259)
„Der Herzinfarkt trifft jedes Jahr 275.000 Deutsche, rund 150.000
sterben daran.“
260)
„Die Wiedervereinigung sei gescheitert, mehr als die Hälfte der ostdeutschen
Bevölkerung sei der Überzeugung, dass sich die Verhältnisse seit 1990 für sie
verschlechtert hätten. Er, Egon Krenz, sei nun quasi als Anwalt seiner
Landsleute unterwegs, um die Wahrheit über Deutschland zu verbreiten. Die DDR,
enthüllte der ehemalige SED-Bonze ..., sei noch längst nicht tot ... Den
Vorwurf, er sei ein sturer, unbelehrbarer Mensch, konterte Krenz: ‚Lieber ein
Betonkopf als ein Weichei’.“
DER SPIEGEL 38 / 2007 / 225 über einen Vortrag, den Egon
Krenz auf Einladung einer dänischen Volkshochschule im jütländischen Toftlunf
gehalten hat
Anmerkung: Man fragt sich
unwillkürlich, was der abfällige Ton gegenüber Krenz soll. Er hat seine Strafe
abgesessen und jeder mit nicht völlig unterentwickeltem Gerechtigkeitsempfinden
fragt sich, warum Krenz einsitzen mußte und die Stasileute Alexander
Schalck-Golodkowski und Markus Wolf nicht. Daß lag doch nicht etwa an ihrer
jüdischen Abkunft? Die Einschätzung der ostdeutschen Bevölkerung wird man
sicherlich durch einschlägige demoskopische Erhebungen verifizieren oder
widerlegen können, also, was soll die Aufregung. Dass die DDR als ideologisches
Phänomen in Light-Version in der gesamten BRD fortbesteht, erleben wir doch
tagtäglich.
261)
„In dem sehr erschütternden BBC-Fernsehfilm ‚Sex, Crimes and the
Vatican’ des irischen BBC-Korrespondenten Colm O’Gorman (der als 14-Jähriger
von einem Priester vergewaltigt worden war), sieht man die Leidensgeschichte
vieler Kinder, die von Priestern missbraucht wurden. Der Film wurde in
Deutschland nicht gezeigt.“
Prof. Dr. Uta
Ranke-Heinemann im SPIEGEL-Leserbrief 40 / 2007 / 11 f
262)
„Gleich zweimal hat der Bundespräsident (Horst Köhler) der
Großen Koalition die Unterschrift unter Gesetze verweigert, die ihm zur
Zustimmung vorgelegt wurden, wegen handwerklicher Unsauberkeiten, wie es
maliziös aus seinem Amt hieß. Er hat in einer Reihe öffentlicher Auftritte
seine Ungeduld mit der Großen Koalition erkennen lassen, seine Unzufriedenheit
mit der Politik der kleinen Schritte, wie sie die Kanzlerin bevorzugt.“
263)
„(Horst) Köhler ist sich über die vergangenen drei Jahre, genau
besehen, erstaunlich treu geblieben, möglicherweise ist das sein Hauptproblem.
Er findet nach wie vor, dass die Regierung in der Pflicht steht, das Notwendige
für die Zukunftsvorsorge zu tun, auch wenn das Reformen erfordert, die nicht
sonderlich populär sind. Er ist davon überzeugt, dass das Land nicht in der
glänzenden Verfassung ist, die ihm nun von der Bundeskanzlerin und anderen
Spitzen der Koalition bescheinigt wird.“
264)
„(Horst) Köhler hat nicht vergessen, dass die CDU, die ihn 2004
zu ihrem Kandidaten machte, von ganz anderem Holz war als der
sozialdemokratisierte Kanzlerinverein, der nun regiert. Er erinnert die
Christdemokraten pausenlos an eine Vergangenheit, an die sie nicht mehr
erinnert werden wollen.“
265)
„In Kürze werden sich zwei Mitarbeiter der ehemaligen
Geheimdienstorganisation Nativ auf den Weg nach Deutschland machen. Sie wissen,
dass über die Hälfte der 220.000 seit 1991 eingewanderten Juden so gut wie
keinen Kontakt mehr zur jüdischen Gemeinschaft pflegt. Sie wissen von den
Konflikten zwischen West- und Ostjuden, derentwegen Gemeinden in ganz
Deutschland vor der Spaltung stehen. Und sie werden ihre Zielpersonen dezent
darauf hinweisen, dass sie das angeborene Recht haben, jederzeit nach Israel
auszuwandern.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 66 („Lockrufe aus Tel Aviv“)
266)
„(Eduard) Schewardnadse empfand die deutsche Wiedervereinigung
als eine seiner ‚größten Lebensaufgaben’, schon weil ein anderer Georgier –
Josef Stalin – die Teilung einst verursacht hatte.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 134 („Moskaus Prügelknabe“)
Anmerkung: In diesem Zusammenhang
darf allerdings trotz der berechtigten schlimmsten Vorwürfe gegen den
Massenmörder Stalin nicht vergessen werden, daß er noch höchst persönlich
durchaus akzeptable Angebote zur Wiedervereinigung unterbreitet hatte, die von
dem katholischen Rotarier Konrad Adenauer abgelehnt wurden. Stalin starb 1953.
267)
„Dabei hätten die Deutschen damals 15 Milliarden Mark für die
Unterbringung der Soldaten in Russland gezahlt, doch niemand wisse, wohin
dieses Geld geflossen sei.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 134 („Moskaus Prügelknabe“)
268)
„In jedem Verrat kehrt die Rätselhaftigkeit des Judas wieder.“
Eva Horn in „Der geheime Krieg.
Verrat, Spionage und moderne Fiktion“ (zit. nach DER SPIEGEL 40 / 2007 / 195)
269)
„In den Literaturbetrieb der Bundesrepublik passten seine (Ernst
Jüngers) Bücher wie die Werke des Marquis de Sade in eine
Klosterbibliothek.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200 („In Papiergewittern“)
270)
„Heute gilt es für löblich, gegen den Strom zu schwimmen, aber das sind
nur Pissrinnen.“
Ernst Jünger als 100-Jähriger im Jahre
1995 (DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200)
271)
„Nur Müll und tote Fische schwimmen mit dem Strom.“
Gerhard Willers – pensionierter Grund- und
Hauptschullehrer
272)
„Mochte auch Botho Strauß behaupten, dass die deutsche
Nachkriegsliteratur ‚40 Jahre lang vom Jüngerschen Werk überragt wird’, für
Grass, Walser und Co. war er wie ein böser Onkel.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200 („In Papiergewittern“)
273)
„Was soll das Morden und immer wieder Morden? Wann ist dieser
Scheißkrieg zu Ende?“
Ernst Jünger in einem seiner
Kriegstagebücher (DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200)
274)
„Die Schule wird Ernst Jünger traumatisieren, schwerer und länger
anhaltend als die Erlebnisse und Verwundungen während des Ersten Weltkrieges.
Prüfungsträume werden noch den Greis aufschrecken lassen.“
Heimo Schwilk in „Ernst Jünger. Ein
Jahrhundertleben“ zit. nach DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200
275)
„Elfmal wechselt er (Ernst Jünger) die Schule und dürfte damit
unter allen verkrachten Existenzen der deutschen Literatur einen Rekord
halten.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 200 („In Papiergewittern“)
276)
„Der forsche Kriegsheld (Ernst Jünger) steht quer zur Kultur
seiner Zeit und lässt in Briefen gern den pöbelhaften Kasino-Offizier
raushängen, der den verweichlichten Zeitgenossen die Vorzüge eines ‚gesunden
Ficks’ empfiehlt.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 202 („In Papiergewittern“)
277)
„ ... Hitlers Legalitätskurs ist ihm (Ernst Jünger) nicht
revolutionär genug. Eine Kandidatur für die NSDAP lehnt er ab: ‚Ich halte das
Schreiben eines einzigen Verses für verdienstvoller, als sechzigtausend Trottel
im Parlament zu vertreten’.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 202 („In Papiergewittern“)
Anmerkung: Solche Arroganz
ist schier unerträglich. Ein Schulversager, Fremdenlegionär und revolutionärer
Hassprediger erdreistet sich, sechzigtausend Bürger eines Wahlkreises als
„Trottel“ abzuqualifizieren, die in der demokratischen Unterstützung bei der
Lösung ihrer in der Weimarer Republik sicher nicht geringen Probleme weniger
bedeutungsvoll seien als ein Vers, ist schon eine kaum zu überbietende Hybris.
278)
„Nach dem Erdbeben schlägt man auf den Seismografen ein.“
Ernst Jünger – nach dem Zweiten Weltkrieg
von den Briten mit Publikationsverbot belegt (DER SPIEGEL 40 / 2007 / 202)
279)
„Ein gemeinsames Zeitschriftenprojekt (mit Ernst Jünger) sagt (Martin)
Heidegger ab, um der ‚fortbestehenden, aber inzwischen schlauer gewordenen
Rachsucht nicht das Letzte zum Fraß vorzuwerfen’.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 202 („In Papiergewittern“)
280)
„Es gab Zeiten, da war der Fernsehkrimi noch nicht Hort hochbürgerlich
verkorkster Neurotiker.“
DER SPIEGEL 40 / 2007 / 210 im Nachruf auf den
„Stahlnetz“-Regisseur Jürgen Roland
281)
„Joschka Fischer verkörperte alles, was dem grünen Gutmenschentum
zuwiderlief: Machtstreben, Arroganz, Machogehabe, Durchsetzungsfähigkeit und
Pragmatismus.“
Roland Funk im SPIEGEL-Leserbrief 41 /
2007 / 6
Anmerkung: Sollte es uns
nicht zu Denken geben, daß dieser Schulabbrecher ohne Hauptschulabschluß,
Polizistenschläger und Balkankrieger zum Ehrenjuden der Gemeinde in Saloniki
ernannt wurde?
282)
„Lafontaines Abgang hinterließ bei Joschka Fischer eine ‚große
politische und menschliche Enttäuschung’. Wie groß ist wohl die politische Enttäuschung
von politisch realistisch Denkenden über die Grünen in der rot-grünen
Koalition? Alle Prinzipien der Grünen, ‚ökologisch, sozial, basisdemokratisch,
gewaltfrei’, wurden hier unter dem übergroßen Einfluss des Joschka Fischer
aufgegeben. Ich bedaure sehr, Herrn Fischer und seinen Gefolgsleuten in die
politischen Schuhe geholfen zu haben.“
Sigrid Biberger – Mitbegründer der Grünen in
Bayern im SPIEGEL-Leserbrief 41 / 2007 / 6
283)
„Ich gelte bei 85 Prozent der GRÜNEN als Arschloch.“
284)
„Es wurde so viel (bezüglich der Ermordung meines Vaters Dr. Uwe
Barschel) spekuliert, über die CIA, den Mossad, die Stasi, den BND, über
die deutsche Politik, die mit drinhängt. Am Ende ist es wohl ein Mischmasch aus
allem. Ich gehe davon aus, dass die
Mörder nur ausführende Organe waren. Sie haben einen Auftrag erfüllt. Mein
Vater wollte kurz vor seinem Tod auf einer Pressekonferenz sein Wissen über
Dinge preisgeben, die über seinen Kopf hinweg geschehen sind, vor und während
seiner Amtszeit. Das hat gewissen Funktionsträgern und Institutionen Angst
gemacht.“
Christian
Albrecht Barschel im SPIEGEL-INTERVIEW 41 / 2007 / 54
285)
„Wie kam Uwe Barschel ums Leben?“ habe er (Karl Josef Ballhaus) ihn
(den Geheimdienstmann und Wildhüter Jacob Prinsloo) gefragt. – „Es war
Mord“, habe der Gast geantwortet. Wie er darauf komme? Sein Geheimdienst habe
sehr gute Verbindungen zu den Kollegen vom israelischen Mossad, habe er
geantwortet.
DER
SPIEGEL 41 / 2007 / 66 („Der Tote von Zimmer 317“)
286)
„Ohne Deutschland kann nichts gebaut werden, das ist sein Schicksal.“
Charles
de Gaulle wird
vom französischen Außenminister Bernard Kouchner zitiert im SPIEGEL-GESPRÄCH
41/2007/158
287)
„ ... der ehemalige Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in
München, Martin Broszat, meinte dann auch 1987, dass Juden keine rationale
Geschichte des ‚Dritten Reiches’ schreiben könnten, weil sie befangen seien
...“
Historiker
Saul Friedländer – im SPIEGEL-GESPRÄCH 41 / 2007 / 213
288)
„Ich bin ganz sicher, dass Hitler nicht von Anfang an den Plan
verfolgte, die Juden zu ermorden.“
Historiker
Saul Friedländer – im SPIEGEL-GESPRÄCH 41 / 2007 / 213
289)
„Dank an Frau Friedrichsen für die beherzten Worte über Klassenjustiz,
Unrechtsbewusstsein und eine schuldorientierte Strafrechtspflege. Der eigentliche
Skandal waren nicht die Puffbesuche, um entspannte Arbeitnehmervertreter für
die Zumutungen des Managements gefügig zu machen, sondern dass nach den
Recherchen eines Herrn Selenz gewisse Personen VW zu Gunsten von Porsche
ausgesaugt haben sollen. Die Verbreitung solcher Ungeheuerlichkeiten in
pointierter Formulierung wurde Selenz – wen würde es auch verwundern – von der
Pressekammer des Landgerichts Hamburg untersagt, die immer schnell zur Hand
ist, wenn es darum geht, Meinungs- und Pressefreiheit zu Gunsten der
Persönlichkeitsrechte oft schillernder und vierschrötiger Personen
einzuschränken. Schon der geniale Carl von Ossietzky erkannte in der deutschen
Richterschaft ein bösartiges Philistertum. Bis heute hat sich daran nicht allzu
viel geändert; man lese beispielsweise „Die Rechtsbeugermafia“. Mit von der
Partie sind wieder einmal Rotarier und andere domestizierte Wildschweine, die
nach Insiderparolen keine Moral kennen und zwar weder eine theoretische und
erst recht keine praktische. Vereinzelt bekennen sie sich zu einer
„Verschwörung der Anständigkeit“, aber darin lauert nur die nächste
Begriffsverwirrung.“
Ein
nicht abgeschickter Leserbrief eines stadtbekannten Justizkritikers
290)
„Ich habe nun den berühmten Deutschen Führer gesehen und ebenso etwas von
dem großen wunderbaren Wandel, den er bewirkt hat, daß seine Bewegung in vier
Jahren ein neues Deutschland geschaffen hat. Zum ersten Male ist da ein
allgemeines Gefühl der Sicherheit. Die Menschen sind heiterer, im ganzen Land
ist ein allgemeiner Frohsinn spürbar. Ein Mann hat dieses Wunder vollbracht,
ein geborener Führer, eine magnetische und dynamische Persönlichkeit mit einem
furchtlosen Herzen. Adolf Hitler hat sein Land aus der Angst gerettet, daß sich
die Zeiten der Verzweiflung, der Not und Erniedrigung wiederholen könnten. Da
war eine Atmosphäre der Wiederbelebung, der Einigung der Nation. Katholiken und
Protestanten, Bayern und Preußen, Unternehmer und Arbeiter, Arm und Reich sind
zu einem Volk zusammengefügt. Religiöse, regionale und Klassenunterschiede
zerteilen nicht länger die Nation. Die Älteren vertrauen ihm, die Jungen
vergöttern ihn.“
David
Lloyd George –
von 1916 bis 1922 britischer Premierminister walisischer Abkunft am 17. September 1936 im „Daily Express“
291)
“Hitler ist der George Washington von Deutschland – der Mann, der für
sein Land die Unabhängigkeit von allen seinen Unterdrückern gewonnen hat.”
David
Lloyd George –
von 1916 bis 1922 britischer Premierminister walisischer Abkunft im
Jahre 1934
292)
„Die kollektive Verantwortung des deutschen Volkes ist eine der großen
Täuschungen des Jahrhunderts.“
Jacques
Vergès –
französischer Rechtsanwalt, Sohn eines französischen Konsuls und Arztes und
einer Vietnamesin, einer der bedeutendsten Advokaten seit Cicero
293)
„Warum haben die Deutschen so wenig Respekt vor sich selbst?
Deutschland ist eine Art Canossa-Republik geworden, eine Republik der Reue.
Aber wenn man die Moral zur Schau trägt, riskiert man, nicht mehr ernst
genommen zu werden. Als Nichtdeutscher erlaube ich mir die Bemerkung: Man kann
einem Volk nicht trauen, das rund um die Uhr eine intellektuelle
Selbstverachtung ausführt. Diese Haltung wirkt auf mich als ein Ritual, eine
Pflichtübung, die überflüssig und sogar respektlos gegenüber unserem
gemeinsamen Europa dasteht. Für mich als Este ist es kaum nachzuvollziehen,
warum die Deutschen ihre eigene Geschichte tabuisieren, daß es enorm schwierig
ist, über das Unrecht gegen die Deutschen zu publizieren, ohne dabei schief
angesehen zu werden – aber nicht etwa von den Esten oder Finnen, sondern von
den Deutschen selbst.“
Lennart
Meri –
ehemaliger Präsident Estlands im Jahre 1995 in Berlin
294)
„Sie (DER SPIEGEL im Artikel „Preußens wirkliche Gloria“) rehabilitieren
den durch die Sieger 1947 aufgelösten größten und politisch wie kulturell
wirkmächtigsten deutschen Staat in vollem Umfang. Diesen Mut hat nach dem Krieg
noch keine Instanz in Deutschland Ost oder West aufgebracht.“
Jörg
Ulrich Stange im
SPIEGEL-Leserbrief 34 / 2007 / 8
295)
„Wider besseres Wissen haben die europäischen, insbesondere die
deutschen Eliten, in den vergangenen 200 Jahren so ziemlich alles
verdummbeutelt, was Nationen nur verdummbeuteln können. Resultat: Weltmacht
USA!“
Karlheinz
Jopp im
SPIEGEL-Leserbrief 34 / 2007 / 8
Anmerkung: Das, was auf den ersten Blick nach „Verdummbeutelung“ aussieht, erweist sich bei näherer Betrachtung außerhalb der etablierten Geschichtsbücher als vollzogener Masterplan der Freimaurerei. Dies gilt insbesondere für die Revolutionen von 1789, 1830, 1848, 1917 und alle maßgeblichen militärischen Konflikte einschließlich der beiden Weltkriege. Wer nun lauthals „Verschwörungstheoretiker“ oder Schlimmeres ruft, der lese beispielsweise „Israels Geheimvatikan“ von Wolfgang Eggert (3 Bände). Danach wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit verstummen und das Maul nicht mehr so weit aufreißen. Dabei ist es keinesfalls so, daß die Freimaurerei alles und jedes aus eigener Machtvollkommenheit beherrscht (hat); sie hat nur in den entscheidenden Momenten einen gewissen Impuls gegeben, der dann gigantische Folgewirkungen zeitigte. Beispiel: Hintergründige Steuerung der Ermordung des österreichischen Thronfolgers mit der Folge des Ersten Weltkrieges, Ende der Monarchien in Deutschland, Österreich-Ungarn und Rußland und in Gang setzen des kommunistischen Experiments in Rußland.
296)
„Warum ergreifen wir nicht die ausgestreckte Hand Russlands und Chinas?
Dort wird die Zukunft unserer Erde gestaltet – nicht drüben jenseits des
Atlantiks oder von England und schon gar nicht von der Möchtegerngroßmacht (Frankreich)
in unserer unmittelbaren Nachbarschaft.“
Michael
Sieber im
SPIEGEL-Leserbrief 34 / 2007 / 12
297)
„Was regt sich Herr Mehdorn so über den Streik der Lokführer auf? Die
Bahn fährt seit Jahren fast zu hundert Prozent unpünktlich, und regelmäßig
fallen Züge aus. Da fällt ein Streik doch gar nicht auf.“
Wilhelm
Stosch im
SPIEGEL-Leserbrief 34 / 2007 / 14
Anmerkung: Wenn dieser Leserbrief Übertreibungen enthalten sollte, dürfte er wohl als Satire aufzufassen sein. Wer sich also angepisst fühlt: erst mal einen Betablocker schlucken, um unkontrollierten Blutdruckerhöhungen entgegenzuwirken.
298) „Was du auch siehst, du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt...“
Prof. Dr. Walter van Laack zitiert im SPIEGEL-Leserbrief 34 / 2007 14 den Chefkolumnisten der New Yorker „Sun“ in dessen Antwort auf die Frage der achtjährigen Virginia O’Hanlon, ob es einen Weihnachtsmann gebe
299) „Kein Sterblicher, sagt sie (die Gottheit), rückt diesen Schleier, bis ich selbst ihn hebe.“
Friedrich von Schiller in „Das verschleierte Bild zu Sais“
300) „Von ihrem Dienstherrn, einem einflussreichen Richter, erst geschwängert, dann gefeuert, wagte sie, sich gegen die Kündigung zu wehren – und wurde mit dem Tode bestraft. Anna Göldi, die letzte (1782) als Hexe hingerichtete Frau in Europa, beschäftigt jetzt ein Schweizer Parlament. (...) Der Antrag (auf Rehabilitierung) wurde unter Hinweis auf die seitdem vergangenen 225 Jahre abgelehnt. Auch die damals für den Mord mitverantwortliche evangelische Kirche mochte sich mit dem Unrecht an Anna Göldi nicht noch einmal auseinandersetzen.“
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 49 („Ehre einer Dienstmagd“)
Anmerkung: Auch wenn man den Justizmord nicht
ungeschehen machen kann, sollte man auch nach 225 Jahren der Gerechtigkeit die
Ehre erweisen. Es fällt schwer, die katholische Kirche als Vorbild
hinzustellen; immerhin hat sie 200 Jahre benötigt, um ihren Irrtum bezüglich
der geozentrischen Vorstellung von unserem Sonnensystem einzugestehen. Aber es
war Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., der Galilei auch
kirchenstrafrechtlich rehabilitierte.
301) Während die Löhne in den USA von 1980 bis 2005 real keinen Zuwachs verzeichneten, stiegen im gleichen Zeitraum die Konsumausgaben je Einwohner um 77 Prozent.
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 66 – Auswertung einer Graphik (Quelle: BLS, BEA)
302) „Der Plan von Innenminister Schäuble, die Pensionen der Staatsdiener zu kürzen, erweist sich als Mogelpackung. Tatsächlich werden die Privilegien sogar ausgebaut. (...) So fährt die Regierung das Niveau der gesetzlichen Rente in den künftigen Jahrzehnten mit Hilfe eines sogenannten Nachhaltigkeitsfaktors drastisch nach unten. Damit sollen die Folgen der demografischen Entwicklung abgefedert werden. Bei den Beamten dagegen hat Schäuble auf einen vergleichbaren Mechanismus ausdrücklich verzichtet – obwohl sogar Amtsvorgänger Otto Schily das für dringend erforderlich hielt.“
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 67 („Zweierlei Maß“)
Anmerkung: Die friedfertige rechtstreue deutsche
Bevölkerung wird – allen voran durch Schäuble - wesentlicher Freiheitsrechte
beraubt, weil unsere Politiker unkontrolliert Ausländer, Kriminelle und
Islamisten ins Land gelassen haben. Der Mittelstand wird eliminiert. Viele
Arbeitnehmer kratzen am Existenzminimum, aber die Manager verzeichnen
Millionengagen und prozentual zweistellige Zuwachsraten. Beamte werden
gegenüber Arbeitnehmern bevorzugt. Bald sind wir so weit und haben eine
Oberschicht von etwa zehn Prozent und der Rest ist bei kärglicher Entlohnung
bar wesentlicher Grundrechte für die Sklavenarbeit zuständig. Der
verfassungsrechtlich gebotene Schutz von Ehe und Familie wird von der Politik
verhöhnt und zwar auch von derjenigen, die sich christlich nennt. Das vom
Bundesverfassungsgericht verfassungskonform festgestellte Wahrungsgebot der
Identität des Deutschen Volkes wird mit Füßen getreten. In der Kindererziehung
werden durch die Hintertür DDR-Verhältnisse reaktiviert. Deutsche Geschichte
und Tradition wird verteufelt, besudelt und verhöhnt, weil es den Siegermächten
beider Weltkriege gelungen ist, Kübelweise Lügen und Halbwahrheiten zu verbreiten.
Die völkerrechtswidrige Umerziehung ist fast vollständig gelungen. Wer sich
heute noch für eine redliche Geschichtswissenschaft und unbequeme Wahrheiten
einsetzt, läuft Gefahr, im Knast zu landen; Karriere im akademischen Bereich
macht er jedenfalls nicht, weil dort schon die mit dem herausoperierten
Rückgrat sitzen. Die Justiz ist korrupt und steht an Rechtsbruch den anderen
öffentlichen Gewalten in nichts nach. Ein pensionierter Richter bezeichnet
unzählige seiner Kollegen als „kriminell“ und empfindet „tiefen Ekel“ vor
seinem Berufsstand.
303) „Die (Lale) Andersen war eine populäre Sängerin, die wirklich singen konnte.“
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 79
Anmerkung: „Lili Marleen“ wird man in hundert Jahren
noch singen und gerne hören. Joseph Goebbels, der klumpfüßige Jesuitenzögling,
den man wegen seiner Schürzenjägerei auch den „Bock von Babelsberg“ nannte,
verachtete dieses wunderschöne Lied als „wehrkraftzersetzend“.
304) „Hamburg ist, neben anderen Errungenschaften, die Welthauptstadt der Prostitution, die deutsche Stiefelmetropole und die Megacity des Tresenschnapses, und man ist stolz darauf, was ja irgendwie grundehrlich und sympathisch rüberkommt als Haltung. Die Hamburger müssten also eigentlich einen Typ wie den Trashdichter Charles Bukowski zum Bürgermeister machen und Courtney Love zur Senatorin für Kirchenfragen. Stattdessen wählen sie meistens so blonde Jungs mit Goldknöpfchen am Jackett.“
Harald Martenstein in SPIEGEL Extra Hamburg S. 58 (34/2007)
Anmerkung: Charles Bukowski war kein Trashdichter, er
war – jedenfalls manchmal – eine literarische Offenbarung. Während sein
Auftritt bei den nasalen Typen in Frankreich im Eklat endete, hatte er Hamburg
in bester Erinnerung behalten. Hier wurde ihm ein würdiger Empfang bereitet.
Der Weißwein war gut, richtig temperiert und wurde zügig nachgeschenkt und er
bedankte sich auf seine Art. Er sei zwar oft fürs Ficken bezahlt worden, aber
in Hamburg zum ersten Mal fürs Saufen. Guter Mann! Natürlich haben die
Hamburger mit dem schwulen Ole den Falschen zum Bürgermeister gewählt, aber die
Rotarier, die BLÖD-Zeitung und damals noch Ronald Barnabas Schill haben es halt
gerichtet und den roten Filz durch den schwarzen ersetzt. Und seine platonische
Freundin Angela aus Club und Partei soll dann dafür gesorgt haben, daß der
Streit zwischen Ole und Ronald nicht im totalen Desaster endet.
305) „In Hamburg gibt es eben noch eine richtige Bourgeoisie mit Sitten, Tradition und Werten, wie in England. In Berlin haben wir das alles nicht, wir sind Prolls.“
Harald Martenstein in SPIEGEL Extra Hamburg S. 58 (34/2007)
306) „Bislang galt das Massaker im bosnischen Srebrenica als das größte Kriegsverbrechen nach 1945 in Europa. Diese Einschätzung ist wohl überholt: Weit über 100.000 Tote liegen in 540 Massengräbern, die in Slowenien entdeckt wurden. (...) Die Opfer waren überwiegend Kroaten, die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaboriert hatten, dazu mindestens 15.000 Slowenen und einige tausend Volksdeutsche. Sie alle waren erst nach Kriegsende von Titos Kommunisten liquidiert worden. (...) Die Massengräber in Slowenien ... zählten zu den bestgehüteten Tabuthemen in Europa. Über 40 Jahre habe die politische Polizei der zwei Millionen Einwohner zählenden Republik (Slowenien) die Aufdeckung verhindert.“
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 97
307) „ ... ich finde schon, dass ein Lehrer ohne Leidenschaft für seine Sache – also ein Routinier – ein Unglück ist. Ich verlange nicht, dass alle 700.000 Lehrer Deutschlands Pestalozzis sind. Aber dass nach all den pädagogischen und didaktischen Anstrengungen des 20. Jahrhunderts bei uns an den Schulen immer noch so viel Langeweile herrscht, ist ein Skandal.“
Pädagoge Hartmut von Hentig im SPIEGEL-GESPRÄCH 34 / 2007 / 159
308) „Wer nur das Gebaren von Autorität annimmt, vernichtet die Autorität, die er tatsächlich haben könnte.“
Pädagoge Hartmut von Hentig im SPIEGEL-GESPRÄCH 34 / 2007 / 159
309) „Der Wiener Regisseur und Produzent (Franz) Antel drehte am Fließband Dirndl-Pornos mit Titeln wie ‚Frau Wirtin bläst auch gern Trompete’ oder Sexklamotten wie ‚Otto ist auf Frauen scharf’. Den Vorwurf, nur Oberflächliches zu produzieren, konterte er trotzig mit dem erklärten Desinteresse an cineastischen Preisen und der gern ausgesprochenen Ansicht, auch Kunstwerke würden sich an der Kinokasse entscheiden ...“
DER SPIEGEL 34 / 2007 / 170 (Nachruf)
310) „Dass Syrien auch konstruktiv sein kann, zeigt sich an seinem Umgang mit 1,4 Millionen Irak-Flüchtlingen. Seine Grenzen sind immer noch für sie offen. Eine enorme Leistung. Wer alles immer nur durch die Anti-Terror-Brille sieht, verstellt sich Möglichkeiten.“
Heidemarie Wieczorek-Zeul – SPD-Entwicklungshilfeministerin über großzügige Entwicklungshilfe an Syrien (DER SPIEGEL 36/2007/19)
311) „In der Union wird es noch ordentlich Krach geben.“
Peter Struck – Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag im SPIEGEL-GESPRÄCH 36 / 2007 / 52 zu den von der Bundeskanzlerin gehäuft vertretenen sozialdemokratischen Positionen
312) „Selbst die SPD hat nun erst mal feststellen müssen, wie schwer die NPD festzunageln ist. Im Leitantrag für den Bundesparteitag im Oktober (2007) in Hamburg ... hatten die Sozis behauptet, ‚die NPD’ sei ‚zu massiver Einschüchterung und Gewalt ... übergegangen’. SPD-Wahlhelfer würden ‚verfolgt und brutal zusammengeschlagen’. Wer? Wann? Wo? Da musste die Bundes-SPD auf Nachfrage ... peinlicherweise passen. Einen Fall, an dem NPD-Mitglieder beteiligt waren, konnte sie nicht nennen – und fing sich auch schon ein Unterlassungsbegehren der NPD ein.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 60
313) „Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hatte bereits im April 2005 einen Sonderprüfungsbericht erhalten, aus dem klar hervorging, dass die Dubliner Tochter der Bank (Sachsen LB) mit hochriskanten Kreditderivaten im Wert von über 30 Milliarden Euro außerhalb ihrer Bilanz jonglierte (SPIEGEL 35/2007). In ungewöhnlicher Schärfe monierten die Prüfer damals zudem das Risikomanagement der Bank. (...) Einige der Mängel wurden einfach wegdiskutiert. ‚In wesentlichen Fragen des Berichts hat sich die Aufsicht weitgehend der Auffassung der Bank und ihres Abschlussprüfers angeschlossen’, erklärte (Jörg) Wille (Chef der Innenrevision der Sachsen LB) den Parlamentariern (Untersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags). Zudem ließen die Kontrolleure zu, dass die Bank ihre Spekulationsgeschäfte nicht reduzierte, sondern, so der Revisor, sogar ‚moderat weiterentwickelte’. Tatsächlich baute das Institut diese Geschäfte 2005 dramatisch aus – um immerhin 50 Prozent auf 45 Milliarden Euro. Sie könne sich nicht in die Geschäftspolitik der Banken einmischen, entschuldigt sich die BaFin. Tatsächlich kann sie die Geschäfte von Banken sehr wohl beschränken, um ‚Missständen entgegenzuwirken, welche die Sicherheit der den Instituten anvertrauten Vermögenswerte gefährden’. Genau das hat die BaFin bei der Sachsen LB offenbar unterlassen.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 89 (Wolfgang Reuter: „Hinter Ihnen ist der Abgrund“)
314) „Im März (2007) erst waren fünf Moskauer Polizeioffiziere festgenommen worden, denen Diebstähle und 15 Morde zur Last gelegt werden. Ebenfalls in der Hauptstadt flog ein Ring aus Gangstern, Richtern und hohen Offizieren der Polizeiabteilung zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität auf. Sie hatten sich durch Erpressung und manipulierte Gerichtsurteile Hunderte Wohnungen erschlichen.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 117 in einem Artikel über die Ermittlungen zur Aufklärung des Mordes an der Enthüllungsjournalistin Anna Politkowskaja
315) „Zur Altersarmut sind Führer dieser Welt nicht verdammt, wenn sie in Pension gehen. Ehemalige Staatschefs, Minister oder Kanzler streichen fünf- oder sechsstellige Honorare ein als Redner an Universitäten, auf Konferenzen, Firmenfeiern oder bei anderen Anlässen. An die 30 Millionen Dollar soll Bill Clinton so seit 2001 verdient haben ...“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 123 („Reich durch Reden“)
316) „Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort.“
Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)
317) „Romantiker sind Warner und Gottsucher und Sänger. Das Romantische als Haltung kehrt in den planetarischen Rettungsphantasien der Bill Gates und Richard Bransons, der Grönemeyers und Bonos und Richard Geres ebenso zurück wie in den Leitkultur-Debatten oder dem Kampf gegen eine alles nivellierende Globalisierung.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 171 (Matthias Matussek: „Die goldene Horde“)
318) „Eine Schar junger Männer und Frauen stürmt erobernd über die breite träge Masse Deutschlands.“
Ricarda Huch über die Romantiker
319) „Die Romantiker sind die goldene Horde der deutschen Literatur und der stürmischste Beitrag der Deutschen zur Weltkultur, und ihre Erregungswellen pflanzen sich fort bis heute, bis zur politischen Protestkultur.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 172 (Matthias Matussek: „Die goldene Horde“)
320) „Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es.“
Novalis (Friedrich Freiherr von Hardenberg
321) „Die grüne Thematik, die derzeit die Protestkultur beherrscht, das ist ein romantisches Motivgeflecht.“
Rüdiger Safranski im SPIEGEL-INTERVIEW 36 / 2007 / 176
322) „Diese ewige Rede über die deutsche Verspätung als Nationalstaat hat sich so eingeschliffen. Man sollte sich mal über die Vorteile einer solchen Verspätung Gedanken machen. Geistige Innovationen hatten Zeit, sich zu entfalten, noch ehe sie vom politischen Machtdenken instrumentalisiert und banalisiert wurden.“
Rüdiger Safranski im SPIEGEL-INTERVIEW 36 / 2007 / 176
323) „Ein zentraler Topos romantischer Literatur ist die Geheime Bruderschaft, die konspirative Vereinigung. Auch die dialektischen Materialisten kommen ohne Verschwörungstheorie nicht weiter.“
Rüdiger Safranski im SPIEGEL-INTERVIEW 36 / 2007 / 177
324) „Die Erinnerung an Grace Kelly zeigt wieder, wie unraffiniert, wie trottelhaft und vulgär unsere Lindsay Lohans und Paris Hiltons mit ihren pornografieverdächtigen Auftritten sind.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 180 („Tigerin mit weißen Handschuhen“)
325) „Kein Glück ohne Fetisch.“
Theodor W. Adorno
326) „Wenn wir in einer Gesellschaft leben, die das Konkurrenzprinzip selbstverständlich als Motor sozialen Geschehens definiert und den Erfolg als Bewegungsmelder versteht, dann spüren wir diese humane Vergesslichkeit zunächst an Orten, die ungemütlich geworden sind, obwohl sie doch das ganz andere repräsentieren sollen: Familie, Freundschaft, die Schule.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 185
327) „Wichtiger noch als Geld ist Menschen die Würde.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 184
328) „Lieber unpopulär als verantwortungslos.“
Raymond Barre – weiland französischer Ministerpräsident
329) „Sein (Raymond Barres) Ruf als Weiser und Mahner, als der er sich bis zuletzt gern ins politische Geschehen mischte, wurde durch antisemitische Äußerungen, etwa über die ‚jüdische Lobby’ ... eingetrübt.“
DER SPIEGEL 36 / 2007 / 190 (Nachruf auf Raymond Barre)
Anmerkung: DER SPIEGEL sollte mehr Verständnis für
Menschen aufbringen, die der Wahrhaftigkeit gegenüber einer vieldeutigen
„Weisheit“ – die oft nichts anderes als Opportunismus ist – den Vorzug geben.
330) „Gibt es innerhalb der Bundesregierung Kriterien, inwiefern Kabinettsmitglieder für privatwirtschaftliche Unternehmen Werbung machen dürfen?“
Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn in einer Anfrage an die Bundesregierung (betrifft den Auftritt der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen als Fotomodel in Designer-Abendkleid in der Wartezimmerpostille „Frau im Spiegel“)
Anmerkung: Meinetwegen mag sie sich im Bikini in der
BLÖD-Zeitung abdrucken lassen; wichtiger ist, daß sie damit aufhört, in der
frühkindlichen Betreuung DDR-Verhältnisse (wieder) einzuführen!
331) „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse? Denn es wird geschehen, daß des Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und alsdann wird er einem jeglichen vergelten nach seinen Werken. Wahrlich, ich sage euch: Es stehen etliche hier, die nicht schmecken werden den Tod, bis daß sie des Menschen Sohn kommen sehen in seinem Reich.“
Jesus Christus (Evangelium des Matthäus 16, 24 – 28)
332) „Nicht nur in den USA, in Kanada, Neuseeland, sondern auch in der EU, ausgenommen Luxemburg, ja sogar in Russland, ist der Unterricht zu Hause erlaubt, nur nicht in Deutschland.“
Martin F. Kurkowski im SPIEGEL-Leserbrief 4 / 2009 / 12
Anmerkung: Ach wir halten den deutschen Rigorismus bei
der Schulpflicht für falsch.
333) „Als Mutter zweier sensibler Kinder kann ich Eltern verstehen, die sich dem starren, an den Bedürfnissen intelligenter Kinder nicht selten vorbeigehenden deutschen Bildungssystem entziehen und ihre Kinder selbst unterrichten.“
Katharina Schadow im SPIEGEL-Leserbrief 4 / 2009 / 12
334) „Kein Koronarpatient lebt mit einem Stent länger – dies haben viele Studien längst bewiesen. Lediglich beim ‚akuten Koronarsyndrom’ gibt es einen kleinen Überlebensvorteil für einen Stent, nicht aber bei einem chronisch Herzkranken.“
Dr. U.-Frank Gundel im SPIEGEL-Leserbrief 4 / 2009 / 14
335) „CSU-Chef Horst Seehofer will trotz Warnungen aus der CDU seinen Konfliktkurs gegen die Schwesterpartei fortsetzen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler soll die europakritischen Vorstellungen der Partei ... künftig offensiver vertreten. (...) Seehofer will ... Volksabstimmungen über wichtige EU-Themen zum Wahlkampfthema machen.“
DER SPIEGEL 4 / 2009 / 16
336) „Ich sagte: ‚Holt mir Präsident Bush ans Telefon.’ Sie sagten, er halte gerade eine Rede in Philadelphia. Ich sagte: ‚Das interessiert mich nicht, ich muss ihn sofort sprechen.’ Er stieg von der Bühne und sprach mit mir.“
Israels Premierminister Ehud Olmert am 12.1.2009 (DER SPIEGEL 4 / 2009 / 18 – „Der Münchhausen-Test“)
Anmerkung: Das Israel / die Juden die USA
kontrollieren, haben schon andere gesagt, zum Beispiel Ariel Scharon. DER
SPIEGEL hat Olmerts Behauptungen, er habe George W. Bush zum Laufburschen und
Schuhputzer degradiert überprüft und kommt zu dem Fazit: „Selbst wenn Olmerts
übrige Darstellung stimmen sollte – seine großspurige Behauptung, Bush während
dessen Rede ans Telefon bestellt zu haben, ist nachweislich unwahr.“ Was lehrt
uns das? Rotstift der Zensur!
337) „Ich glaube, wir müssen neue Wege gehen und die Bürger zu Datenschützern in eigener Sache machen.“
Till Steffen – Hamburger Justizsenator im SPIEGEL-INTERVIW 4 / 2009 / 19
338) „Mit einer Geldstrafe von gerade einmal 900 Euro ist der Adresshändler davongekommen, der im vergangenen Sommer illegal sechs Millionen Datensätze an den Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) verkauft hat. Die Berliner Verbraucherschützer hatten den Deal verdeckt abgewickelt, um zu beweisen, wie einfach selbst sensible Konteninformationen auf dem Schwarzmarkt erworben werden können.“
DER SPIEGEL 4 / 2009 / 19
339) „Wir sind die Speerspitze gegen die weitere Zerstörung von Kirche und Gesellschaft.“
Pater Franz Schmidberger – Distriktoberer der „Bruderschaft Pius X.“ in Deutschland
340) „Die Speerspitze der katholischen Traditionalisten ist nicht nur fromm, sie ist in Teilen auch antisemitisch.“
DER SPIEGEL 4 / 2009 / 32 („Problem für den Papst“)
Anmerkung: In der herkömmlichen Bedeutung des Wortes –
Hass gegen alle Juden aus Rassegründen – ist die Priesterbruderschaft
keinesfalls „antisemitisch“. Das Wort hat jedoch in breiten Kreisen eine von
interessierter Seite lancierte bedauerliche Begriffswandlung erfahren, wonach
praktisch jede Kritik am Judentum als „antisemitisch“ diffamiert wird. Diesem
manipulativen Sprachgebrauch wollen wir uns nicht anschließen.
341) „Die Juden unserer Tage ... sind des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren.“
Pater Franz Schmidberger – Distriktoberer der „Bruderschaft Pius X.“ in Deutschland in einem Rundbrief an alle 27 Bischöfe kurz vor Weihnachten 2008 (DER SPIEGEL 4 / 2009 / 32)
Anmerkung: Hier geht es um Theologie und nicht um
Rassismus. Mit der Forderung an die Juden nach Anerkennung der Göttlichkeit
Jesu und Taufe geht Schmidberger allerdings sehr weit. Er sollte sich mit der
Anerkennung des Mordes bzw. mit der Distanzierung von dem Unrecht begnügen.
Schmidberger steht allerdings insoweit in jahrhundertealter Tradition der
katholischen Kirche, die mit der Anerkennung Israels durch den Vatikan und
durch das Zweite Vatikanische Konzil ins Rutschen gekommen ist. Man wird das
Gefühl nicht los, der Vatikan sei erpressbar geworden und müsse nach der Pfeife
einiger Machtjuden tanzen. Die Kehrtwendungen in der katholischen Kirche können
allerdings auch weitgehend oder sogar vollständig auf der freimaurerischen
Unterwanderung höchster Vatikankreise beruhen. Der Versuch, dies zu ändern, hat
ja einem Papst schon das Leben gekostet.