Neue Zahlen über Auschwitz-Opfer

 

Einer der angesehensten SPIEGEL-Redakteure, der Osteuropa-Experte und langjährige Freund des verstorbenen SPIEGEL-Herausgebers Rudolf Augstein, Fritjof Meyer, hat kräftig an Kernbereichen des Holocaust-Tabus gerüttelt. In der Fachzeitschrift "Osteuropa" - Herausgeberin Rita Süßmuth, jüdischer Abkunft und mit dem Spitznamen "Lovely Rita" bedacht - korrigiert Fritjof Meyer anhand "neuer Archivfunde" und abgesichert durch Forschungen der jüdischen Historikerin Danutah Czech die (erfolterte) Falschaussage des SS-Hauptsturmführers Rudolf Höß, der von Mai 1940 bis November 1943 Kommandant des gesamten Lagerkomplexes von Auschwitz war und der weiterhin vom 8. Mai bis 29. Juli 1944 als Standortältester die Transporte und Ermordung der ungarischen Juden organisierte.

Gestützt auf Untersuchungen des kanadischen Architekturprofessors Prof. Robert Jan van Pelt, der im Jahre 2000 als Gutachter im Londoner David-Irving-Prozeß auftrat, habe man jetzt erkannt, daß die Gebäudeteile, die man in Auschwitz bisher für Gaskammern gehalten habe, 1942 lediglich für Experimentierzwecke verwendet worden seien. Die Vergasungen müßten sich in Bauernhäusern, fernab des Lagers in den Wäldern zugetragen haben. - Fritjof Meyer bringt also Korrekturen an, die das Gebäude der bisherigen Holocaust-Forschung ins Wanken bringen. In Auschwitz, sagt er, seien nicht etwa 3 bis 4 Millionen, sondern ungefähr 500.000 Menschen ums Leben gekommen. Wie viele von den Opfern Juden waren, wird in Meyers Artikel nicht analysiert; diese Frage läßt sich allerdings relativ genau aus den standesamtlich geführten Sterbebüchern von Auschwitz ablesen. Vergast worden seien, so Fritjof Meyer, in Auschwitz 300.000 Menschen. Ums Leben gekommen seien 510.000.

 

Anmerkung: Zum gleichen Thema wird auf den Beitrag "Auschwitz als Zahlenspiel" auf dieser Homepage hingewiesen.