Am 11. März 2006 wurde Slobodan Milosevic tot in
seiner Zelle in Den Haag aufgefunden. Damit
fand der so genannte »Prozess des Jahrhunderts« gegen den Präsidenten des dritten und letzten Jugoslawien
ein jähes, unerwartetes Ende.
Der
1995 vom UNO-Sicherheitsrat ins Leben gerufene Internationale Strafgerichtshof für
das ehemalige Jugoslawien (ICTY) hatte am 27. Mai 1999, mitten im Bombenkrieg der
NATO gegen Belgrad, Anklage gegen den damaligen jugoslawischen Präsidenten erhoben.
In der Essenz der Anklage wurde Milosevic vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung
angefühlt zu haben, die auf den Trümmern des zerfallenen Jugoslawien ein
Groß-Serbien errichten wollte. Als Mittel zu diesem Zweck hätten Milosevic und
seine Vereinigung die Kriege in Kroatien, Bosnien und im Kosovo entfacht,
systematische ethnische Säuberungen durchgeführt und verschiedene
Kriegsverbrechen verübt, darunter auch einen Völkermord in
Bosnien. In seiner Verteidigung klagte Milosevic seinerseits die
führenden westlichen Staaten an, politisch und militärisch die
separatistischen Kräfte unterstützt und auf diese Weise den
blutigen Zerfall Jugoslawiens vorangetrieben zu haben.
Germinal
Civikov, von Beginn an als Journalist im Prozeß anwesend, berichtet
vom Verlauf und Wesen des Verfahrens, wie er es beobachtet hat. Die Beweisführung
der Anklage erfuhr ein komplettes Fiasko. Das Verfahren erwies sich
als Schauprozeß, in dem
Richter und Ankläger in ihren Rollen oft
nicht zu unterscheiden waren. Die
sogenannte »Wahrheitsfindung« geriet
zur Farce, deren Drehbuch politischen
Vorgaben folgte. Alles in allem war es ein der europäischen Rechtsstaatlichkeit und der
strafrechtlichen Kultur wesensfremder
Prozeß, den schon aus diesem Grund die Öffentlichkeit nie hätte zulassen
dürfen.
Paperback / 215 Seiten /
13,90 Euro
Quelle: KOPP Verlag /
Februar 2007 / Seite 68
Anmerkung: Die
Übereinstimmung von Nürnberger Prozessen und jenen gegen Slobodan Milosevic und
Saddam Hussein besteht darin, dass es sich um Rachetribunale der
Freimaurerbrüder vom Potomac gehandelt hat. Im Korea-Krieg kamen JENE erst zur
Vernunft, als die Chinesen den Amerikanern „Justiz à la Nürnberg“ in Aussicht
stellten!